Fußball
Überraschende Trennung: Keane verlässt „Manu“

Mit einem Paukenschlag hat Mannschaftskapitän Roy Keane völlig überraschend Manchester United verlassen. Das löste in England sofort neue Spekulationen über eine Verpflichtung von Michael Ballack im Januar aus.

dpa LONDON. Mit einem Paukenschlag hat Mannschaftskapitän Roy Keane völlig überraschend Manchester United verlassen. Das löste in England sofort neue Spekulationen über eine Verpflichtung von Michael Ballack im Januar aus.

Nach zwölfeinhalb Jahren trennten sich Keane und der Champions-League-Sieger von 1999 mit sofortiger Wirkung „in beiderseitigem Einverständnis“.

Keane erhält eine millionenschwere Abfindung und darf ablösefrei wechseln. Der 34-Jährige hatte in einem Interview die Transferpolitik des Vereins und mehrere Mitspieler namentlich heftig kritisiert. Rio Ferdinand bezeichnete er als „schwachen Verteidiger“, Kieran Richardson als „faul“ und Alan Smith laufe „herum als hätte er sich verirrt“. Der Club untersagte daraufhin die geplante Ausstrahlung im vereinseigenen Fernsehsender „Mutv“.

„Es ist ein trauriger Tag für mich, solch einen großartigen Verein und Trainer zu verlassen. Aber ich denke, für mich ist die Zeit gekommen, neue Herausforderungen zu suchen“, erklärte Keane und kündigte an, seine aktive Laufbahn fortsetzen zu wollen. Trainer Alex Ferguson würdigte seinen einstigen Musterschüler als „weltbesten Mittelfeldspieler seiner Generation“: „Er ist jetzt bereits einer der Größten in unserer schillernden Vereinsgeschichte.“

Die sensationelle Trennung löste rund um „Old Trafford“ sofort Spekulationen aus, wonach Michael Ballack bereits im Januar als Nachfolger verpflichtet werden könnte. Der Champions-League-Sieger soll bereit sein, dem deutschen Nationalmannschaftskapitän einen Vierjahresvertrag über insgesamt 36 Mill. Euro zu geben.

Roy Keane spielte seit 1993 für „Manu“. Als Mannschaftskapitän führte er die „Roten“ 1999 zum „Triple“, dem Gewinn der Champions League, der englischen Meisterschaft und dem Pokalsieg. Insgesamt bestritt er für Manchester 480 Pflichtspiele, erzielte dabei 51 Tore und errang sieben Meisterschaften.

Der portugiesische Nationalspieler Cristiano Ronaldo bleibt hingegen in Machester. Der 20-jährige Flügelspieler verlängerte seinen Vertrag bei United vorzeitig um zwei Jahre bis 2010. „Ich bin sehr glücklich und stolz. Dies ist ein wichtiger Schritt für meine weitere Karriere“, erklärte er. Ronaldo, der im vergangenen Monat kurzzeitig wegen des Verdachts auf Vergewaltigung festgenommen worden war, spielt seit 2004 für „Manu“. Er war für rund 18 Mill. Euro von Sporting Lissabon nach England gewechselt.

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