Fußball Uefa
Beckenbauers Uefa-Kandidatur offen

Franz Beckenbauers Kandidatur für den Posten des Uefa-Präsidenten ist weiterhin nicht auszuschließen. Sicher scheint nur, dass der "Kaiser" nicht gegen den schwedischen Amtsinhaber Lennart Johansson antritt.

Franz Beckenbauer könnte sich doch zur Wahl des neuen Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (Uefa) stellen. WM-OK-Vize-Präsident Wolfgang Niersbach betonte gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Beckenbauer hat immer erklärt, er werde abwarten, ob Lennart Johansson sich für eine Wiederwahl zur Verfügung stelle. Franz Beckenbauer wird definitiv nicht gegen den aktuellen Uefa-Präsidenten antreten. Was nach der Entscheidung von Johansson passiert, ist Spekulation."

Johansson unentschlossen

Der Schwede hatte in einem Interview seine Zweifel an einer Kandidatur von Beckenbauer geäußert. Er erwäge, so der 76-jährige in der Welt am Sonntag, sich noch einmal zur Wahl zu stellen. Vor Wochen hatte Johansson jedoch erklärt, es sei Zeit, Fischen zu gehen.

Der Sinneswandel des Uefa-Präsidenten trat ein, seit er bemerken musste, dass keiner seiner fünf potenziellen Nachfolger (Angel Maria Villar Llona, Spanien; Per Ravn Omdal, Norwegen; Geoffrey Thompson, England; Mathieu Sprengers, Niederlande; Senes Erzik, Türkei) eine überzeugende Mehrheit der 52 Uefa-Länder auf sich würde vereinigen können. Und mit einem geschwächten, weil nicht eindeutig gewählten Nachfolger will Johansson die Uefa zum Beispiel nicht in den Kampf gegen die G14 schicken.

Johansson beäugt auch Quereinsteiger und Uefa-Exko-Mitglied Michel Platini mit Misstrauen. Mit Frankreichs Fußball-Ikone weiß er sich in seiner Ablehnung der egoistischen Politik der G14 (Zusammenschluss von 18 europäischen Top-Klubs) zwar einig, doch fehlt dem Schweden bei dem Franzosen der Stallgeruch einer jahrelangen Funktionärskarriere. Er hat sich halt nicht emporgedient.

Was die G14 betrifft, haben sich Deutscher Fußball-Bund (DFB) und Deutsche Fußball Liga (DFL) in Person von Liga-Präsident Werner Hackmann keinen Gefallen getan. Die Interessen vornehmlich von Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, den deutschen G14-Mitgliedern, unlängst auf dem Uefa-Kongress in Budapest zu vertreten, war bei der europäischen Fußball-Familie schlecht angekommen.

© SID

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