Fußball Uefa-Cup
Außenseiter Werder hofft noch auf das Weiterkommen

Es spricht nicht viel für Werder Bremen vor dem Uefa-Cup-Rückspiel beim AC Mailand. Der Bundesligist hat die Hoffnungen auf das Weiterkommen aber noch nicht aufgegeben.

Wenig Chancen, aber viele Hoffnungen - ausgerechnet gegen das Starensemble vom AC Mailand will der krisengeschüttelte Bundesligist Werder Bremen im Uefa-Pokal doch noch die Kurve kriegen. "Wir alle wissen, dass wir uns in einer ganz schwierigen Situation befinden. Da ist Milan genau der richtige Gegner. Gerade in solchen Spielen kann man sich neues Selbstvertrauen holen. Nicht immer siegt der Favorit", sagt Kapitän Frank Baumann fast beschwörend.

Nach vier Spielen in der Bundesliga ohne Sieg und dem letzten Platz in der Rückrundentabelle wäre alles andere als das Verpassen des Achtelfinales heute Abend (20.45 Uhr) fast schon eine Sensation. Und als Flug X3 8 972 am Mittwochvormittag gen Italien abhob, blieb zu allem Überfluss der Sitzplatz von Stammtorhüter Tim Wiese leer. Der Nationalkeeper laboriert weiterhin an einem leichten Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel und wird im Giuseppe-Meazza-Stadion durch Ersatztorwart Christian Vander ersetzt.

Ende der bislang erfolgreichsten Werder-Ära droht

Das magere 1:1 im Hinspiel vor einer Woche im Weserstadion ist eine mehr als schwere Hypothek in der Partie gegen Ronaldinho, Beckham und Co. "Wir müssen uns enorm steigern und brauchen einen Tag, an dem wir aus weniger Chancen mehr Tore machen", fordert Werder-Sportdirektor Klaus Allofs. Sollten die Hanseaten in der Lombardei scheitern, ginge nach fünf fetten Champions-League-Jahre die bislang erfolgreichste Ära des Traditionsvereins bis auf Weiteres zu Ende.

Angesichts dieses drohenden Szenarios demonstriert Klubboss Jürgen L. Born aber Gelassenheit. "Wir haben immer mal Jahre ohne Europapokal gehabt. Deshalb glaube ich, dass wir letztlich einen finanziellen Ausgleich herstellen können", sagte der Vorstandsvorsitzender dem Weserkurier.

Schaaf: "Zum Weiterkommen bedarf es einer großartigen Leistung"

Doch die Gäste wollen sich zumindest nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben. Werder-Trainer Thomas Schaaf formuliert tapfer: "Wir haben noch Hoffnung, aber zum Weiterkommen bedarf es einer großartigen Leistung. Wenn wir in Mailand so auftreten wie im Hinspiel in der zweiten Halbzeit, sind wir nicht chancenlos. Da hat man gesehen, dass wir gegen Milan ein Tor machen können. Vielleicht können wir ja den einen oder anderen überraschen."

Aber sogar ein eigener Treffer dürfte vermutlich nicht reichen, denn seit Monaten haben die Norddeutschen nicht mehr zu Null gespielt. "Wir müssen uns konzentrieren und eiskalt sein", sagt Nationalspieler Per Mertesacker, angesichts der Qualität der Mailänder Offensive und der Malaise in der Hintermannschaft der Grün-Weißen vermutlich kaum mehr als ein frommer Wunsch.

Ancelotti optimistisch: "Wir haben natürlich eine gute Ausgangsposition"

Die im laufenden Wettbewerb noch ungeschlagenen Gastgeber sind taktisch eindeutig im Vorteil, können abwarten, da ihnen bereits ein torloses Unentschieden für den Sprung in die nächste Runde reichen würde. Aus dieser kommoden Situation macht Milan-Coach Carlo Ancelotti auch gar kein Geheimnis: "Prinzipiell ist noch alles offen, aber wir haben natürlich eine gute Ausgangsposition."

© SID

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