Fußball Uefa-Cup
Funkel feuert sein Team mit markigen Worten an

Obwohl Fenerbahce Istanbul für Eintracht Frankfurts Coach Friedheln Funkel noch einen Stückchen stärker als Werder Bremen ist, erwartet er von seinen Spielern, dass sie im Hexenkessel von Istanbul "Kerle" sind.

Kein Klischee ist Friedhelm Funkel zu billig vor der entscheidenden Partie bei Fenerbahce Istanbul. Entsprechend fiel seine Ansprache an die Mannschaft aus. "Sie sollen raus und Kerle sein", sagte der Trainer von Bundesligist Eintracht Frankfurt mit Blick auf den zu erwartenden Hexenkessel des Sükrü-Saracoglu-Stadions in Istanbul. Der simple Satz des Coaches steht sinnbildlich für die simple Ausgangslage vor dem letzten Spiel in der Gruppenphase des Uefa-Cups (20.45 Uhr/live im DSF) beim 16-maligen türkischen Meister Fenerbahce: Nur mit einem Sieg können die Hessen in die nächste Runde einziehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Funkel seine Mannschaft vor der Abreise noch einmal auf die schwere Aufgabe vor mehr als 52 000 fanatischen Zuschauern eingeschworen. "Fenerbahce wird von der ersten Sekunde an brutal in die Zweikämpfe gehen. Für die Türken geht es um die nationale Ehre. Es wird eine sehr hitzige und aggressive Stimmung im Stadion herrschen. Das hat bisher noch keiner meiner Spieler erlebt", erklärte der 53-Jährige.

Schlechte Erinnerungen der Schweizer Spieler

Damit hatte Funkel aber nicht ganz recht, denn seine Schweizer Profis Benjamin Huggel und Christoph Spycher wissen nur zu gut, was alles am Bosporus passieren kann. Die beiden Nationalspieler können sich noch gut an den Skandal im WM-Play-off-Spiel am 16. November 2005 im selben Stadion erinnern, als es zu heftigen Übergriffen zwischen türkischen und Schweizer Spielern kam.

Doch weder Huggel, der auf Grund einer Sperre erst gar nicht mit in die Türkei reiste, noch Spycher werden gerne auf dieses Thema angesprochen. "Ich sage nichts zu Istanbul. Ich habe das für mich entschieden. Ich möchte nicht so im Mittelpunkt stehen, dafür habe ich zu viel erlebt", meinte der Linksverteidiger.

Rüffel für Keeper Pröll

Viel erlebt hat die Eintracht auch am vergangenen Samstag. Das 2:6-Debakel gegen Werder Bremen hängt den Hessen auch vor der Partie in Istanbul noch nach, denn Torwart Markus Pröll brachte Funkel mit seiner Taktik-Kritik nach der Partie ("So haben wir noch nie gespielt") auf die Palme. "So eine Aussage geht gar nicht. Das ist absoluter Schwachsinn. Wenn ich so etwas höre, zweifle ich an der Intelligenz des Spielers", sagte der Trainer, der sich den Keeper zuvor zur Brust genommen hatte.

Trotz des Ärgers mit Pröll nutzte Funkel den Vergleich mit dem Spiel gegen Bremen, um noch einmal die Stärken des türkischen Herbstmeisters zu betonen: "Wucht, Dynamik und Aggressivität. All das wird auf uns zukommen. Zu Hause ist Fenerbahce noch einen Tick besser als Werder bei uns in Frankfurt war."

Mit dieser Aussage legte Funkel die Messlatte für den Gegner zwar sehr hoch, doch die Türken selbst sind ähnlicher Ansicht. "Eine Bundesliga-Mannschaft ist zwar immer ein harter Gegner, aber wenn wir so spielen wie zuletzt, sollten wir die Hürde eigentlich ohne Probleme meistern", erklärte Istanbuls brasilianischer Trainer Zico, dessen Mannschaft ein Remis zum Weiterkommen reichen würde.

© SID

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