Fußball Uefa-Cup
Hamburgs Pflichtaufgabe in der Provinz

Der Hamburger SV tritt heute bei Unirea Urziceni an. Für Trainer Martin Jol ist es das wichtigste Spiel der Saison. Doch die Rumänen haben bereits im Hinspiel (0:0) Biss bewiesen.

Die Reise ins Ungewisse begann am Mittwoch um 9. 00 Uhr morgens. Mit dem Charterflieger nach Bukarest und dann etwa 60 Minuten im Bus durch Rumäniens Provinz ging es für die Fußball-Profis des Hamburger SV. Das eigentliche Ziel aber für den stolzen Tabellenführer der Bundesliga vor dem Uefa-Cup-Rückspiel heute (18.00 Uhr) bei Unirea Urziceni ist jedoch die lukrative Gruppenphase. "Diese Partie ist für uns bisher das wichtigste Spiel der Saison", sagt HSV-Trainer Martin Jol, "darüber müssen wir nicht diskutieren."

International noch weiter etablieren

Prestige und Geld stehen auf dem Spiel, auch Hamburgs geplanter Vorstoß unter die Top-20 der Uefa-Rangliste ist nach dem mageren 0: 0 aus dem Hinspiel in Gefahr. Platz 36 in diesem Ranking belegen die Hanseaten zur Zeit, der Tabellenzweite aus Rumänien wird nur auf Rang 132 geführt. "Es wäre ein großer Imageverlust für den Verein, in der ersten Runde rauszugehen", sagt Aufsichtsratschef Horst Becker.

Sportchef Dietmar Beiersdorfer ergänzt: "Wir haben uns in den letzten Jahren international einen guten Namen gemacht. Ein Weiterkommen ist wichtig für die Reputation des Vereins." Und die Finanzen: Das Vordringen ins Achtelfinale ist im Jahrtesetat fest eingeplant.

"Der Druck liegt bei den Deutschen"

Im Hinspiel haben die kompakt auftretenden Rumänen allerdings gezeigt, wie unangenehm sie spielen. "Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können", meint Urzicenis Trainer Dan Petrescu, "der Druck liegt bei den Deutschen."

Neben der sportlichen Aufgabe blicken die verwöhnten HSV-Profis auch ungewohnten Umständen entgegen. Das kleine Stadion fasst nur 6 000 Zuschauer, zahlreiche Besucher werden mit Freikarten hineinkommen, weil der Klub aus der 17 500-Einwohner-Stadt 60 Kilometer östlich von Bukarest kaum eine nennswerte Fanbasis hat. In der Stadt gibt es nur ein Drei-Sterne-Hotel, in dem die Hamburger teilweise in Drei-Bett-Zimmern übernachten müssen.

Das hat was von Abenteuerurlaub statt des sonst gewohnten Luxuslebens. Um Sicherzugehen hat der Verein schon mal die eigene Köchin vorgeschickt, die wenigstens die gewohnte sportgerechte Ernährung sicherstellen soll. "Das Drumherum sollte uns nicht interessieren", meinte Torwart Frank Rost, "in diesem Spiel geht es um alles. Dadurch sind wir voller Spannung."

© SID

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