Fußball Uefa-Cup
HSV erwartet in Zagreb "die Hölle"

Der Hamburger SV steht heute im Uefa-Cup vor einer ganz schweren Aufgabe. Gegner Dinamo Zagreb steht schon mit dem Rücken zur Wand und kann sich auf seine frenetischen Fans im heimischen Maksimir Stadion verlassen.

Am Dienstagabend beim Abschlusstraining konnten sich die Profis vom Hamburger SV schon einmal einen ersten Eindruck vom Maksimir Stadion in Zagreb verschaffen. Dort wird heute (20.45 Uhr/live im NDR) die "Hölle" ausbrechen, wenn die Hanseaten zu ihrem dritten Gruppenspiel im Uefa-Cup bei Gastgeber Dynamo Zagreb antreten, in dem sie das "Paradies" K.o.-Phase erreichen wollen. Die baufällige, 38 000 Mann fassende Arena ist berüchtigt. "Dort herrscht eine unglaubliche Stimmung", weiß Hamburgs Kroate Ivica Olic aus eigener Erfahrung, "unsere Nationalmannschaft war dort zehn Jahre ungeschlagen."

Einen Punkt brauchen die Norddeutschen noch, um sicher eine Runde weiterzukommen und auch im internationalen Geschäft zu überwintern. Aber trotz der Belastungen in den letzten Wochen will Trainer Huub Stevens sogar noch mehr: "Es ist sehr wichtig, die Gruppenphase als Sieger zu beenden, damit man im Sechzehntel-Finale leichtere Gegner bekommt." Als Erster trifft man auf einen Gruppendritten und darf zuerst auswärts ran, als Gruppenzweiter bekommt man es mit einer Mannschaft aus der Champions League zu tun.

Für Zagreb geht es schon um alles

Der Niederländer hatte nach der 1:2-Niederlage am Samstag bei Werder Bremen und dem kraftraubenden Programm der letzten Wochen zwar über Rotation in seiner Aufstellung nachgedacht, "wegschenken" will er das Spiel in Kroatiens Hauptstadt aber auf keinen Fall. "Zagreb ist eine sehr starke Mannschaft", sagt Stevens, "aber wir haben hier bereits die Chance, vorzeitig die nächste Runde zu erreichen und die wollen wir nutzen."

Während die bereits zweimal siegreichen Hamburger noch ein Spiel gegen den FC Basel (20. Dezember) in der Hinterhand haben, geht es für Zagreb schon um alles oder nichts. Die Kroaten, die in der Champions-League-Qualifikation nur knapp an Werder Bremen gescheitert waren, haben nach zwei Spielen erst einen Punkt auf dem Konto. "Wir müssen gegen Hamburg gewinnen, um nicht schon vorzeitig auszuscheiden", weiß Trainer Branko Ivankovic, "dieses Spiel ist unser Ticket nach Europa."

Nur wenn sie auch im kommenden Jahr noch auf der internationalen Bühne dabei sind, wird der Klub seinen Topstar Luka Modric halten können. Der 22 Jahre alte Spielmacher gilt als eines der größten Mittelfeld-Talente Europas. Angeblich hat er bereits eine Vorvereinbarung mit dem FC Arsenal getroffen, aber auch der FC Chelsea ist an dem Dynamo-Kapitän interessiert. "Die Situation ist mit dem HSV und Rafael van der Vaart vergleichbar", sagt Zagrebs deutscher Torwart Georg Koch, "funktioniert Luka, funktioniert unser Team."

Beiersdorfer hat Modric schon auf der Liste

HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer hat Modric auf seiner Suche nach einem möglichen Nachfolger für van der Vaart natürlich auch schon gesichtet: "Er ist lauf- und spielstark, dazu ein guter Vorbereiter". Aber angesichts des Interesses aus England wohl für einen Bundesligisten nicht zu finanzieren.

Stevens aber interessierten die Personalplanungen für die Zukunft nicht. Der Niederländer, der nach Saisonende den Verein ja ohnehin verlässt, versuchte in den letzten Tagen seine "müden Krieger" wieder fit zu bekommen. Am Sonntagmorgen überraschte er seine Mannschaft statt Waldlauf mit einem opulenten Frühstück in der Kabine. Auch am Dienstag war nach der Ankunft im noblen Sheraton Hotel am Mittag zunächst weitere Erholung und Regeneration angesagt.

Die Spieler waren nach der ersten Niederlage in Bremen nach 14 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage ohnehin schon wieder heiß: "Es ist doch gut, dass wir die Scharte gleich wieder auswetzen können", meinte Verteidiger Bastian Reinhardt, "und unter Stevens haben wir nie zweimal in Folge verloren.

© SID

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