Fußball Uefa-Cup
Kloses Ja-Wort soll Bremen beflügeln

Miroslav Klose sagt Ja zu Werder Bremen. Der Stürmer bleibt in der Hansestadt und hat mit seiner Entscheidung die Hoffnung auf eine Sensation heute im Halbfinal-Rückspiel des Uefa-Cups gegen Espanyol Barcelona beflügelt.

Nun ist es endlich raus: Miroslav Klose bleibt bei Werder Bremen. Der 28-Jährige teilte der Geschäftsführung des Bundesliga-Dritten in einem Gespräch mit, er werde bis mindestens 2008 bei den Hanseaten bleiben. Dadurch kann vor dem Halbfinal-Rückspiel im Uefa-Pokal heute Abend (20.45 Uhr) gegen Espanyol Barcelona der Fokus endlich wieder auf das Sportliche gerichtet werden.

"Jetzt haben wir die nötige Klarheit, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass Miro früher zu diesem Ergebnis gekommen wäre", kommentierte Sportdirektor Klaus Allofs die zumindest zu diesem Zeitpunkt unerwartete Entscheidung. Noch am Vortag hatten Zeitungen über einen vorzeitigen Wechsel zum Rekordmeister Bayern München oder auch Spaniens Titelträger FC Barcelona spekuliert.

Für den Nationalmannschafts-Torjäger ist der Verbleib an der Weser indes alles andere als ein finanzieller Rückschritt. In 14 Monaten ist Deutschlands Fußballer des Jahres ablösefrei zu verpflichten, die dadurch gesparte Ablösesumme dürfte Kloses neuer Arbeitgeber zu ansehnlichen Teilen gleich auf das Konto des gebürtigen Polen weiterleiten.

Allofs verspricht sich von der Einigung eine Bündelung der Kräfte, gerade für die wichtige Partie am Donnerstag. Schließlich brauchen die Hanseaten wieder einmal ein grün-weißes Mirakel, um trotz einer 0:3-Hinspielniederlage gegen Espanyol Barcelona das Endspiel um den Uefa-Pokal zu erreichen.

Klose-Entscheidung löst Stimmungsumschwung aus

Auf jeden Fall löste Klose bei den Norddeutschen einen Stimmungsumschwung aus, der der konzentrierten Vorbereitung auf die Begegnung gegen den spanischen Pokalsieger einen unverhofften Schub versetzte. Trainer Thomas Schaaf glaubt jedenfalls ungeachtet der sportlich mehr als problematischen Ausgangssituation noch an die Qualifikation für das Finale am 16. Mai in Glasgow: "Wir haben schon oft bewiesen, dass wir in solchen Situationen einiges bewegen können."

Insgesamt viermal konnten sich die Bremer aus nahezu aussichtslosen Lagen noch befreien. 1987 besiegten sie Spartak Moskau nach einem 1:4 im Hinspiel mit 6:2, ein Jahr später demontierten sie im deutsch-deutschen Duell den BFC Dynamo aus Berlin mit 5:0 (Hinspiel 0:3). In einem Gruppenspiel der Champions League 1993 gegen den RSC Anderlecht verwandelten sie binnen 24 Minuten einen 0:3-Rückstand in einen 5:3-Sieg. Als Coach durfte Schaaf 1999 einen 4:0-Triumph gegen Olympique Lyon (Hinspiel 0:3) miterleben.

Co-Trainer Rolff traut Team Sensation zu

Co-Trainer Wolfgang Rolff stand sogar selbst auf dem Platz, als Espanyol vor 19 Jahren schon einmal trotz eines 3:0-Hinspielsieges vor eigenem Publikum an einer deutschen Mannschaft scheiterte - Rolffs damaliger Arbeitgeber Bayer Leverkusen gewann damals im Elfmeterschießen gegen die Katalanen sogar den Uefa-Cup. "So eine Sensation traue ich auch unserer Mannschaft zu", schrieb der Ex-Nationalspieler in einem Beitrag für den kicker.

Für Espanyols aktuellen Coach Ernesto Valverde, damals im Kader der Katalanen, sind diese Vergleiche längst Geschichte: "Das zählt alles nicht mehr. Es sind andere Spieler auf dem Platz." Den 43-Jährigen beschäftigt viel mehr, wie er seinen verletzten Mittelfeldregisseur Ivan de la Pena und vor allem Topstürmer Walter Pandiani ersetzen soll. Der mit zwölf Treffern erfolgreichste Torschütze im laufenden Wettbewerb fehlt wegen seiner dritten Gelben Karte.

Coach Schaaf muss einige Baustellen im Kader schließen

Bei den Bremern sind Abwehrspieler Clemens Fritz und Torhüter Tim Wiese gesperrt, wie schon bei der 2:3-Niederlage des Herbstmeisters bei Arminia Bielefeld steht Andreas Reinke zwischen den Pfosten. Eine weitere Werder-Baustelle, denn Schaaf hält sich die Entscheidung offen, wen er am Sonntag im Bundesligaspiel bei Hertha BSC Berlin als Keeper nominiert. Verletzungsbedingt müssen die beiden Nationalspieler Tim Borowski und Per Mertesacker (jeweils Knie) pausieren.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%