Fußball Uefa-Cup
Leverkusen im Uefa-Pokal benachteiligt

Weil die Uefa die TV-Rechte am Uefa-Cup-Viertelfinale an Premiere vergab, ist das Spiel Bayer Leverkusen gegen Osasuna Donnerstag nur im Bezahlfernsehen zu empfangen: ein Nachteil bei der Vermarktung der Bandenwerbung.

Der Uefa-Pokal könnte für Bundesligist Bayer Leverkusen sportlich zur Erfolgsgeschichte werden, doch finanziell wird sich das Unternehmen ab dem Viertelfinale wohl nicht mehr so richtig lohnen. Wenn Leverkusen am Donnerstag gegen die Spanier von CA Osasuna zum Viertelfinal-Hinspiel antritt, träumt der Werksklub vom zweiten Titel nach 1988, doch die Experten in der Finanzabteilung raufen sich die Haare. Wegen der Vermarktungsreform in der Uefa, die den beteiligten Klubs ab der Runde der letzten Acht die TV-Rechte entzog, wird Bayer wohl weit weniger verdienen als in den Runden zuvor.

Die Erklärung: In der Champions League hat die Uefa die TV-Rechte und gleichzeitig die Vermarktungsrechte - vor allem die Bandenwerbung - zentral an weltweit operierende Sponsoren verkauft. Im "Cup der Verlierer" veräußerte die Uefa allerdings nur die TV-Rechte; die Vereine blieben auf ihren Bandenrechten sitzen.

Nur Bremen im Free-TV

Jetzt fügt es sich, dass nicht Bayer-Partner ZDF, sondern wegen der Zentralvermarktung Bezahl-Sender Premiere die Rechte an den Viertelfinalspielen erworben hat. Laut Vertrag ist Premiere dazu verpflichtet, ein Spiel mit deutscher Beteiligung an das Free-TV abzugeben. Das wird am Donnerstag das Gastspiel von Werder Bremen beim niederländischen Ehrendivisionär AZ Alkmaar sein.

Leverkusen gegen Osasuna ist dann nur im Pay-TV zu sehen und Wolfgang Holzhäuser, der Vorstandsvorsitzende von Bayer, klagt: "Die haben nicht die Reichweite der Öffentlich-Rechtlichen, und deshalb tun wir uns schwer, unsere Bandenwerbung zu den üblichen Preisen zu verkaufen."

Holzhäuser weiter: "Ab dem Viertelfinale fällt den acht verbliebenen Klubs eine Einzelvermarktung leicht. Es wäre sinnvoller gewesen, die Uefa hätte eine Zentralvermarktung in der Gruppenphase eingeführt, wenn unter den 40 Vereinen auch noch viele Kleine sind, die sich in Marketing-Fragen nur bedingt auskennen. Zumal die Schwierigkeit besteht, dass es nicht Hin- und Rückspiel gibt, was die Dinge zusätzlich kompliziert."

Der Preis für Solidarität

Eine Sichtweise, die Rob Faulkner, Pressesprecher der Uefa, nur bedingt akzeptiert. Zum einen habe das Klubforum der Uefa, das aus mehr als 100 Vereinen besteht, diese Vorgehensweise akzeptiert. Natürlich sei es leichter, so Faulkner, die TV-Rechte für acht Vereine in der Endphase zu verkaufen als die für 40 Klubs: "Ich möchte aber unterstreichen, dass von den Einnahmen aus der Zentralvermarktung alle 40 Klubs, die an der Gruppenphase teilgenommen haben, partizipieren." Die Uefa müsse allerdings zugeben, erklärte Faulkner, dass Leverkusen "im konkreten Fall durchaus einen Preis für die Solidarität in der europäischen Fußball-Familie bezahlt".

Manfred Müller, Geschäftsführer Finanzen bei Werder Bremen, sieht die Dinge nicht dramatisch - wohl auch, weil Werder Bayers Probleme nicht hat: "Das ist wie in den beiden ersten Runden im DFB-Pokal. Wer live übertragen wird, hat das große Los gezogen. Es kann immer mal einen treffen - positiv oder negativ."

Müller hat eine ganz andere Schwierigkeit ausgemacht: "Die meisten Firmen stecken ihren Werbeetat für die Banden in die gesicherten Bundesliga-Heimspiele. Wenn man dann noch mit Sonderspielen um die Ecke kommt, ist oft kein Geld mehr da."

© SID

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