Fußball Uefa-Cup
Münchner Heimpleite kein Beinbruch

Der FC Bayern München hat wie erwartet das Viertelfinale des Uefa-Cups erreicht. Nach dem 5:0 im Hinspiel leistete sich der Rekordmeister eine 1:2-Niederlage gegen Anderlecht.

Topfavorit Bayern München hat trotz der ersten Pflichtspielniederlage seit vier Monaten wie erwartet das Viertelfinale im Uefa-Pokal erreicht und den Traum vom Titel-Triple am Leben erhalten. Der Cupsieger von 1996 musste mit seiner B-Elf beim 1:2 (1:2) gegen den belgischen Meister RSC Anderlecht die erste Pleite im laufenden Wettbewerb hinnehmen, kam aber wegen des 5:0-Hinspielsieges in die Runde der letzte Acht.

Ersatz-Kapitän Lucio hatte die Bayern mit seinem zweiten Uefa-Cup-Tor in Führung gebracht (8.). Doch Serhat Akin (20.) und Alexander Jakowenko (35.) drehten die Partie zugunsten der Gäste, die beim fünften Versuch erstmals in München gewannen. Der FC Bayern war zwar über weite Strecken des Duells das bessere Team, offenbarte aber sowohl im Offensivspiel als auch in der Defensive ungewohnte Schwächen.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld machte seine Ankündigung wahr und ließ vor 63 000 Zuschauern in der WM-Arena heftig rotieren: Von der am vergangenen Samstag gegen den Karlsruher SC erfolgreichen Startelf blieben nur Abwehrchef Lucio und Stürmer Miroslav Klose übrig. Neben Lucio kam Winterneuzugang Breno in der Innenverteidigung zu seinem Pflichtspieldebüt für die Münchner. Der Brasilianer konnte sich aber nicht aufdrängen.

Das B-Team des Bundesliga-Spitzenreiters zeigte von Beginn an, dass es nicht nur "Schaulaufen" wollte: Nach nur 62 Sekunden konnte Anderlechts Torhüter Daniel Zitka einen Schuss von Lukas Podolski nach feinem Pass von Klose nur mit Mühe an den Innenpfosten lenken, von wo dieser zurück ins Feld sprang. Sechs Minuten später machte es Lucio besser, als er dank gütiger Unterstützung von Zitka aus kurzer Distanz nach einem Freistoß von Jose Sosa per Kopf traf.

Die Bayern bestimmten zunächst weiter das Geschehen und hatten durch Klose zweimal die Chance zum 2:0. Bei ihrem offensiven Drang vernachlässigten sie jedoch immer wieder die Abwehrarbeit und Lucio sowie Breno unterliefen einige Fehler. So auch in der 20. Minute, als sie das Abwehrzentrum ohne Not entblößten und Serhat Akin auf Pass von Alexander Jakowenko die erste Gästechance zum 1:1 nutze.

Nach dem Ausgleich war Anderlecht ebenbürtig, das Niveau der Partie verflachte aber zusehends und Chancen blieben Mangelware. So resultierte das 1:2 aus einem unglücklichen Zufall: Philipp Lahm rutschte auf der rechten Seite aus, Jakowenko nahm den Ball auf - und knallte ihn von der Strafraumgrenze in die kurze Torecke (34.). Michael Rensing im Bayern-Tor sah dabei sehr unglücklich aus.

Hitzfeld reagierte auf die immer harmloser werdenden Angriffe seiner Mannschaft und wechselte nach der Pause Franck Ribery für den blassen Toni Kroos ein. Der Franzose war vier Minuten auf dem Platz, als er seine ganze Klasse zeigte: Er setzte zu einem seiner unnachahmlichen Dribblings an, ließ Gegenspieler Guillaume Gillet wie eine Slalom-Stange stehen, scheiterte dann aber im ebenfalls eingewechselten RSC-Torwart Davy Scholl.

Der unglückliche Klose hatte für die bemühten, aber wenig glanzvollen Hausherren anschließend zwei Gelegenheiten zum 2:2, vergab aber erneut. Hitzfeld verstärkte in der 73. Minute seine Offensive, als er Stürmer Jan Schlaudraff für Mittelfeldspieler Andreas Ottl brachte. Doch die Bayern blieben weitgehend ungefährlich. In der 76. Minute setzte Ribery einen Freistoß aus 17 Metern über das Tor, kurz vor dem Schlusspfiff vergab er noch eine gute Gelegenheit.

© SID

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