Fußball Uefa-Cup
Schalke reicht Remis zum Halbfinal-Einzug

Schalke 04 steht zum dritten Mal im Europapokal-Halbfinale, kommt im Saisonendspurt aber immer mehr aus dem Tritt. Vier Tage nach dem 0:2 in der Bundesliga gegen den Hamburger SV kam der Vizemeister im Uefa-Cup-Rückspiel gegen Lewski Sofia nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus, zog dank des 3:1 aus dem Hinspiel aber dennoch in die Runde der letzten Vier ein. Auf dem Weg ins Finale am 10. Mai in Eindhoven ist am 20. und 27. April der spanische Erstligist FC Sevilla der letzte Gegner.

Vor 52 973 enttäuschten Zuschauern in der Veltins-Arena boten die Königsblauen, die nach nur einem Punkt aus den letzten drei Ligaspielen die angestrebte Champions-League-Qualifikation aus den Augen verlieren, über weite Strecken eine ganz schwache Leistung. Nach dem Führungstor der Bulgaren durch Emil Angelow (24.) glich der ansonsten schwache Spielmacher Lincoln aus (58.).

Die dritte Halbfinal-Teilnahme nach 1970 und 1997, als sie anschließend gegen Inter Mailand den Uefa-Cup gewannen, hatten die Gelsenkirchener aber eigentlich bereits eine Woche zuvor in Sofia gesichert. Damit sprudelt auch die europäische Geldquelle weiter: Zu den bislang eingenommenen 24 Mill. Euro kommen in der nächsten Runde zwei weitere hinzu.

Abwartender Beginn der Königsblauen

Mit dem klaren Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken begann die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka sehr abwartend und überließ den Gästen weitgehend die Initiative. Nach einem Warnschuss durch Emil Angelow, der frei vor Torhüter Frank Rost mit einem Heber das Tor verfehlte (12.), rappelten sich die Königsblauen kurz zu mehr Gegenwehr auf. Doch außer einem Kopfball von Kevin Kuranyi nach schöner Vorarbeit von Gerald Asamoah (14.) und einem weiteren Kopfball von Sören Larsen, der knapp das Tor verfehlte (15.), waren die Schalker Angriffsbemühungen schon wieder beendet.

Der 23-malige bulgarische Meister, der am Wochenende durch ein 1:0 im Derby gegen Zska Sofia die Tabellenführung in der heimischen Liga übernommen hatte, wurde zusehends mutiger. Nach einem unnötigen Ballverlust von Lincoln im Mittelfeld tanzte Walerie Komwetschijski Lewan Kobiaschwili im Schalker Strafraum aus, seine mustergültige Vorlage nutzte Angelow zur verdienten Führung.

Schalke ohne "Herz, Leidenschaft und Biss"

"Trotz der Warnung und der Ansprache des Trainers hat die Mannschaft ohne Herz, Leidenschaft und Biss gespielt", bemängelte Teammanager Andreas Müller in der Halbzeitpause: "Wir müssen höllisch aufpassen." Die Worte des Ex-Profis schienen zunächst bei den Spielern nicht anzukommen. Denn nach der Pause knüpften die Schalker zunächst nahtlos an die schwache Leistung der ersten Hälfte an. Die Fans quittierten die zahlreichen Fehlpässe und Missverständisse der lustlos auftretenden Königsblauen mit lauten Pfiffen.

Praktisch aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich: Nach einer Vorlage per Hacke von Kuranyi und einem Abwehrfehler von Asen Bukarew traf Lincoln aus der Drehung zum 1:1. Damit waren die letzten Zweifel am Weiterkommen beseitigt, besser wurde das Spiel der Gelsenkirchener aber dennoch nicht. Eine gute Chance zur Führung hatte Christian Poulsen, der aus zwölf Metern aber den Ball über das Tor drosch (75.). Einen Schuss von Larsen wehrte Lewski-Torhüter Georgi Petkow gut ab (84.).

Die Schalker, die am Sonntag beim MSV Duisburg den Vier-Punkte-Rückstand auf Platz drei wieder verkürzen wollen, mussten ohne den gesperrten Fabian Ernst, den wegen des Todes seiner Mutter nach Uruguay gereisten Gustavo Varela und den angeschlagenen Mladen Krstajic auskommen. Dafür durfte Rafinha, der im Hinspiel gesperrt war und am vergangenen Sonntag gegen den HSV die Rote Karte gesehen hatte, wieder spielen.

© SID

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