Fußball Uefa-Cup
Sevilla will Uefa-Cup-Krone verteidigen

Im Finale des Uefa-Cups trifft Vorjahressieger FC Sevilla im spanischen Duell auf Espanyol Barcelona. Die Andalusier, bei denen der Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel wohl auf der Bank sitzen wird, gelten als großer Favorit.

Spanische Nacht im Hampden Park von Glasgow: Die einen wollen Europapokal-Geschichte schreiben, die anderen das Trauma von Leverkusen vergessen machen. Vor dem Uefa-Cup-Endspiel zwischen Espanyol Barcelona und dem FC Sevilla heute (20.45 Uhr) sind die Rollen klar verteilt. Großer Favorit vor rund 26 000 Fans aus beiden Lagern ist Vorjahressieger Sevilla.

Die Andalusier, bei denen Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel wohl auf der Bank sitzen wird, können als erster Verein nach Real Madrid vor 21 Jahren die Uefa-Cup-Krone erfolgreich verteidigen und haben zudem noch ein historisches Titel-Triple vor Augen.

Hinkel: "Wir haben eine Supertruppe"

"Wir sehen aus wie der klare Favorit. Aber in einem Spiel ist alles möglich. Espanyol hat eine starke Offensive, und wer Benfica Lissabon, Ajax Amsterdam und Werder Bremen ausgeschaltet hat, kann so schlecht nicht sein. Wir haben aber eine Supertruppe und die Qualität alle drei Titel zu gewinnen. Und wenn wir am Mittwoch unsere Leistung abrufen, werden wir schon mal den ersten gewinnen", sagte Hinkel im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Im nationalen Pokal steht Sevilla im Endspiel gegen den FC Getafe mit Trainer Bernd Schuster, in der Primera Division ist der FC als Tabellendritter weiter im Meisterrennen. "Einen von den drei Titeln können sie uns ruhig überlassen", meinte Espanyol-Coach Ernesto Valverde mit schelmischem Grinsen. Für seinen Klub wäre ein Erfolg die lange ersehnte Wiedergutmachung für das Trauma von 1988, als Espanyol den damals noch in zwei Endspielen ausgetragenen Uefa-Cup trotz eines 3:0-Hinspielerfolgs gegen Leverkusen noch aus den Händen gab.

In den Wunden von damals wurde in den vergangenen Tagen alleine schon durch die Medien gebohrt. Vor allem bei Valverde, der 1988 ebenso als Spieler zum Espanyol-Kader gehörte wie der heutige Torwart-Trainer Thomas N´Kono. "Wir haben dem Klub damals einen Gefallen getan", meinte der damalige Stürmer Angel Alonso ironisch und versuchte, seinen Nachfolgern demonstrativ den Druck zu nehmen. "Man muss einen Titel erst einmal verlieren, um den Gewinn danach richtig genießen zu können."

Ramos mit viel Respekt vor Espanyol

Der Respekt Sevillas vor dem Liga-Rivalen ist jedenfalls immens groß. Gerade weil Espanyol als Tabellenzwölfter der Primera Division nur Mittelmaß darstellt, während Sevilla sich von Höhepunkt zu Höhepunkt hangeln muss. "Espanyol ist ohnehin ein sehr unbequemer Gegner", sagte Sevilla-Coach Juande Ramos, der die Katalanen 2002 selbst trainierte, nach dem fünften Spieltag aber schon entlassen worden war: "Aber Mannschaften mit dieser Ausgangslage sind noch unbequemer. Sie gehen nicht als Favorit in ein Endspiel und können doch alle ihre Aufmerksamkeit auf diese eine Partie lenken."

Abwehrspieler Daniel Alves, der als wohl bester Rechtsverteidiger der Liga Hinkel blockiert, erwartet eine schwerere Aufgabe als beim 4:0 im Vorjahres-Endspiel von Eindhoven gegen den FC Middlesbrough: "Espanyol ist in der Offensive sehr stark und kennt uns in- und auswendig."

Katalanen mit dem stärksten Angriff

Zudem sind die Katalanen als einziges Team im laufenden Wettbewerb noch ungeschlagen, stellen mit 32 Toren den stärksten Angriff und mit dem elfmal erfolgreichen Walter Pandiani den besten Torschützen des laufenden Wettbewerbs. Der Uruguayer traf am Samstag gleich dreimal im Auswärtsspiel bei Real Madrid, dennoch verlor sein Team ohne zahlreiche für das Endspiel geschonte Stammspieler mit 3:4. Somit könnte Espanyol dem Stadtrivalen FC Barcelona zumindest den Titel verdorben haben.

Sevilla wollen sie nun den Traum vom Triple verderben. Doch Coach Ramos will sich nicht unter Druck setzen lassen. "Egal, was noch passiert: wir haben in jedem Fall eine tolle Saison gespielt und können stolz darauf sein. Aber jetzt wollen wir sie natürlich auch mit mindestens einem Titel beenden." Und den wollen die Andalusier am liebsten schon am Mittwochabend in der Tasche haben.

© SID

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