Fußball Uefa-Cup
"Spiel des Jahres" soll VfB-Hinrunde krönen

Im letzten Gruppenspiel des Uefa-Cups empfängt der VfB Stuttgart heute den belgischen Meister Standard Lüttich. Mit einem Sieg ziehen die Schwaben sicher in die K.o.-Runde ein.

Die Gedankenspiele über das Vorgehen im Fall Markus Babbel müssen ruhen, denn das Spiel des Jahres steht an: Der VfB Stuttgart richtet die volle Konzentration auf die letzte und entscheidende Begegnung der Uefa-Cup-Gruppenphase gegen den belgischen Meister Standard Lüttich.

Babbel: "Spiel des Jahres"

"Lüttich bringt alles mit, was ein Spitzenteam ausmacht. Das ist dasselbe Kaliber wie zuletzt. Für die Fans war das Spiel des Jahres am Samstag, für uns ist es am Donnerstag", sagte Teamchef Babbel wenige Tage nach dem 2:2 gegen den deutschen Rekordchampion Bayern München und kurz vor dem "Finale" 2008.

Die Partie auf internationalem Parkett (20.45 Uhr/live im SWR) soll der krönende Abschluss eines turbulenten und zum Ende wieder erfolgreichen Jahres werden. Mit einem Sieg ist der Meister von 2007 sicher in der K.o.-Runde, bei einem Unentschieden darf im Parallelspiel Sampdoria Genua nicht gegen den FC Sevilla gewinnen.

"Im Uefa-Cup überwintern"

"Wir wollen im Uefa-Cup überwintern. Es sind sehr attraktive Mannschaften im Wettbewerb und es kommen nun noch weitere aus der Champions League hinzu", sagte VfB-Manager Horst Heldt und fügte hinzu: "Die wirtschaftliche Seite ist natürlich ein Faktor, aber es zählt vor allem das sportliche Prestige."

Tabellenführer Lüttich ist nach drei Siegen in drei Spielen der Gruppe C bereits für die Zwischenrunde qualifiziert, dahinter rangeln Sevilla (Platz zwei/sechs Punkte), Stuttgart (drei/vier) und Genua (vier/vier) um die zwei verbliebenen Ränge zum Überwintern im Uefa-Cup.

Angesichts der großen Bedeutung will Heldt zunächst keine Nebengeräusche zulassen, wenngleich die Verärgerung über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) durchaus groß sein dürfte. "Das interessiert mich im Moment nicht. Unser Fokus liegt allein auf dem entscheidenden Uefa-Cup-Spiel gegen Standard Lüttich", ließ Heldt knapp ausrichten.

Zuvor hatten DFB und DFL öffentlich mitgeteilt, was dem Verein schon am 12. Dezember unterbreitet worden war: Dass Babbel ohne Fußballlehrer-Lizenz nur bis Saisonende auf der VfB-Bank sitzen darf und sich die Schwaben damit wohl oder übel aller Voraussicht nach zur kommenden Spielzeit einen neuen Coach suchen müssen. Eine Trainer-Diskussion zur Unzeit für die Schwaben.

Zumal bereits mitten in der Vorbereitung auf das von Babbel ausgerufene Spiel des Jahres gegen einen "unheimlich schwierigen Gegner von internationalem Niveau" die ersten Nachfolge-Kandidaten gehandelt werden. Über den jüngst bei Real Madrid entlassenen Bernd Schuster spekuliert die Sport Bild, die Stuttgarter Zeitung berichtet bereits seit Wochen über Kontakte zu Robin Dutt vom Zweitligisten SC Freiburg.

"Wir müssen alles abrufen"

Babbel und Heldt wollen davon nichts wissen - zunächst jedenfalls. "Wenn wir so auftreten wie zuletzt, haben wir sicher die Chance zu gewinnen", schwört der 36 Jahre alte Babbel seine Mannschaft auf Lüttich ein, das in der belgischen Liga derzeit den zweiten Platz belegt: "Das wird eine schwere Kiste. 70 bis 80 Prozent werden uns nicht reichen. Wir müssen alles abrufen."

Der Europameister von 1996 kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, einzig Ludovic Magnin fällt wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel sicher aus. Ein Fragezeichen steht noch hinter Innenverteidiger Matthieu Delpierre (Schlag auf die Wade). Nationalstürmer Mario Gomez wird dagegen in der Startelf stehen, ob mit Cacau oder Ciprian Marica an der Seite, will Babbel aus dem Bauch heraus entscheiden.

© SID

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