Fußball Uefa
HSV mit kniffligem Auftakt in der Provinz

Im ersten Gruppenspiel des Uefa-Pokals tritt der Hamburger SV heute beim slowakischen Erstligisten MSK Zilina an. HSV-Trainer Martin Jol erwartet "eine schwierige Aufgabe".

Auf einer schwierigen Tingeltour mit Start in der slowakischen Provinz will Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV seinen sportlichen Höhenflug fortsetzen. Heute (18.30 Uhr) steht im Uefa-Cup das erste Gruppenmatch bei MSK Zilina an, bevor am Sonntag (17.00 Uhr/live bei Premiere) das Topspiel beim Tabellenzweiten 1 899 Hoffenheim folgt. "Dieser Monat ist sicher nicht der einfachste", sagt Trainer Martin Jol vor dem Abflug am Mittwoch um 11.30 Uhr Richtung Slowakei.

Jarolim warnt vor "hitziger Atmosphäre"

In der etwa 85 000 Einwohner großen Industriestadt erwartet die Hanseaten zudem eine äußerst knifflige Aufgabe. Erstmals konnte sich ein Team aus der Slowakei für die Gruppenphase des Uefa-Cups qualifizieren. Das 11 000 Zuschauer fassende Stadion Pod Dubnom wird brummen, wenn der große Klub aus Deutschland kommt. "Ich kann mir vorstellen, dass die Atmosphäre sehr hitzig wird", sagt HSV-Kapitän David Jarolim.

Der Tscheche kennt sich am besten in dem ehemaligen Bruderstaat seines Heimatlandes aus. "Wir dürfen Zilina auf keinen Fall unterschätzen", erklärt der 29-Jährige, "aber unser Ziel muss sein, dort zu punkten, und wir sind sicher auch Favorit."

Diese Rolle schiebt auch Trainer Dusan Radolsky den Hanseaten zu, verspricht aber: "Wir werden alles geben und dann mal weitersehen." Der Klub ist immerhin das Maß aller Dinge in der Slowakei, vier Meisterschaften wurden in den letzten sieben Jahren gewonnen. Die in Deutschland bestens bekannten Angreifer Marek Mintal (Nürnberg) und Stanislav Sestak (Bochum) spielten für Zilina.

Jol hat jedenfalls Respekt. Nichts wurde dem Zufall überlassen, der Gegner wurde beobachtet und es gibt Videostudien, die den HSV-Profis vor der Partie vorgeführt werden. "Wir sind auf eine schwierige Aufgabe vorbereitet. Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft, die besonders zuhause stark ist."

Eigentlich hatte der Verein seinen Kader vor der Saison so aufgerüstet, dass in Europacup und Bundesliga durchrotiert werden kann. Nun fehlen in Nigel de Jong, Thiago Neves und Marcell Jansen drei wichtige Spieler verletzt. Die Belastung für die anderen ist um so größer. "Am Ende konnte ich nicht mehr", sagte Piotr Trochowski nach der Bundesligapartie gegen Schalke 04.

Petric und Trochowski die Hoffnungsträger

Immerhin hat Angreifer Mladen Petric seine Magen-Darm-Erkrankung vollständig auskuriert und kann auch in Zilina wieder auf Torejagd gehen. Auch der Kroate weiß, wie schwierig die Personalsituation ist: "Es darf in den nächsten Tagen nichts mehr passieren, sonst wird es eng." Jol hat Trochowski schon mal die Wiederholung seines Torsaltos verboten: "Da kann man sich böse verletzen."

Der zuletzt überragende Nationalspieler will auf jeden Fall Zählbares aus Zilina mitbringen. Da die Hamburger am nächsten Spieltag frei haben, stünden sie im Falle des Misserfolgs im Heimspiel gegen Ajax Amsterdam am 27. November schon gehörig unter Druck. "Wenn wir aber gewinnen, können wir uns in Ruhe ansehen, was die Konkurrenz macht", sagt "Troche". Und zudem mit noch größerem Selbstvertrauen die Tour Richtung Mannheim fortsetzen.

© SID

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