Fußball Uefa
Johansson begeht runden Geburtstag

Ex-Uefa-Präsident Lennart Johansson feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der Schwede führte die Europäische Fußball-Union 17 Jahre lang an.

Fast zwei Jahrzehnte war Lennart Johansson das prägende Gesicht in der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Und in seine 17-jährige Amtszeit als Uefa-Boss (1990 bis 2007) fielen beträchtliche Umwälzungen im internationalen Fußball, die der Schwede mit der ihm eigenen Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit bewältigte.

Die Europameisterschaft wurde von acht auf 16 Teilnehmer aufgestockt. Der Europapokal der Landesmeister wurde in die Champions League überführt, der Europapokal der Pokalsieger abgeschafft. Die Konsequenzen des Bosman-Urteils mussten verkraftet werden. Von der Explosion der Finanzen und der Notwendigkeit ihrer solidarischen Verteilung und Verwaltung, von der Drohung der Klubs, eine eigene "Europaliga" außerhalb der Uefa zu schaffen, ganz zu schweigen.

Freund der Deutschen

Am heutigen Donnerstag vollendet Johansson, der immer ein großer Freund der Deutschen war, sein 80. Lebensjahr. 1990 wurde der Skandinavier als Nachfolger des Franzosen Jacques Georges zum Uefa-Präsidenten gewählt. Zuletzt sah man Johansson bei der Champions-League-Auslosung im August in Monte Carlo auf der großen Fußball-Bühne.

Am 26. Januar 2007 hatte er auf dem Uefa-Kongress in Düsseldorf die Präsidentenwahl gegen den 26 Jahre jüngeren Herausforderer Michel Platini verloren. Es war jedoch nicht die bitterste Niederlage in seinem erfolgreichen Leben.

"Gehen wir Mittagessen"

Die erlitt der in Bremma, einem Vorort von Stockholm, geborene Schwede 1998 in Paris, als er gegen Joseph S. Blatter um das Amt des Fifa-Präsidenten kandidierte und seine Niederlage nach dem ersten Wahlgang - der Blatter noch nicht die notwendige Zweidrittel-Mehrheit eingebracht hatte - mit den legendär gewordenen Worten eingestand: "Gehen wir Mittagessen."

Der einzige Ehrenpräsident der Uefa - Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und andere verdiente Funktionäre des europäischen Fußballs sind Ehrenmitglieder - ist ein enger Freund seines langjährigen Weggefährten Egidius Braun.

Johansson, der sehr gut Deutsch spricht, gilt grundsätzlich als enger Freund der Deutschen. Er war Präsident des Fifa-Organisationskomitees der WM 2006 in Deutschland. Er tröstete 1998 seinen weinenden Freund Egidius Braun und redete ihm die absurde Idee aus, nach der Hooligan-Attacke in Lens gegen den Polizisten Daniel Nivel die deutsche Mannschaft aus dem Turnier zurückzuziehen.

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Ohne seine Unterstützung hätte Deutschland die WM 2006 nicht bekommen, denn Johansson sorgte dafür, dass die Uefa-Delegierten im Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa für Deutschland stimmten. Auch deshalb ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes und wurde mit dem DFB-Award ausgezeichnet.

Der schwedische "Elch", wie ihn Journalisten liebevoll-respektlos gerne wegen seiner Körperstatur und seiner stoischen Ruhe bezeichneten, war ein Präsident, der sein Amt als Ehrenamt und damit als repräsentativ betrachtet. Er verließ sich auf eine starke Verwaltung. Kritiker machten ihm dies in der Endphase seiner Präsidentschaft zum Vorwurf.

Johansson behielt dennoch stets seinen Wohnsitz in Schweden. Der frühere Geschäftsführer einer Firma für Bodenverläge, die Tausende von Angestellten hatte, verbringt jetzt seine freie Zeit mit dem Hobby, für das ihm als Uefa-Präsident kaum Zeit blieb. Er geht mit seinen Enkelkindern angeln.

© SID

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