Fußball Uefa
Johansson kandidiert erneut als Uefa-Präsident

Der Schwede Lennart Johansson wird sich auf dem Uefa-Kongress im Februar 2007 in Düsseldorf erneut als Uefa-Präsident zur Wahl stellen. Franz Beckenbauer wird daher auf seine Kandidatur verzichten.

Den Posten des Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (Uefa) wird Franz Beckenbauer wohl vorerst nicht bekleiden: Der 76 Jahre alte Schwede Lennart Johansson will seine Präsidentschaft nun doch über das Jahr 2007 hinaus behalten, eine Kandidatur des "Kaisers" kommt somit definitiv nicht in Frage. Johansson verkündete bei der Sitzung des Exekutivkomitees am Dienstag in Berlin seinen Entschluss, sich beim Uefa-Kongress im Februar 2007 in Düsseldorf noch einmal zur Wahl stellen zu wollen.

"Ich habe sehr viele Gespräche mit Freunden und Kollegen geführt. Sie wünschen sich Kontinuität und baten mich, dass ich mich erneut bewerben soll. Deshalb habe ich diesen Schritt getan", sagte Johansson: "Mir ist wichtig, dass die Grundsätze Solidarität, Evolution statt Revolution und das Aufbauen auf alten Erfolgen weiter bestehen."

Beckenbauer hatte in der Vergangenheit stets betont, er werde nicht gegen seinen Freund Johansson kandidieren. "Franz Beckenbauer steht zu seiner Aussage, dass er nie als Gegner von Lennart Johansson antreten würde. Seine Kandidatur ist somit hinfällig", sagte der designierte Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und WM-OK-Vizepräsident, Wolfgang Niersbach. Johansson muss sich allerdings in Düsseldorf mit einem namhaften Gegenkandidaten, dem französischen Fußball-Idol Michel Platini, auseinander setzen. Dieser hatte seine Kandidatur bereits am 15. März 2005 angekündigt.

Johansson will G14 weiter die Stirn bieten

Die Entscheidung Johanssons war keineswegs abzusehen, nachdem der Schwede auch noch in diesem Jahr offene Zweifel an der Fortsetzung seines Engagements geäußert hatte. Zuletzt hatten sich allerdings die Anzeichen verdichtet, dass er eine fünfte Amtszeit anstrebt. Johansson befürchtete bei einem Verzicht auf die Fortsetzung seiner Präsidentschaft unter anderem eine Schwächung der Uefa gegenüber der mächtigen G14, der Vereinigung der finanzstärksten 18 Klubs der europäischen Ligen.

Johansson genießt international große Wertschätzung. "Er hat hervorragende Arbeit geleistet, und er wird das auch weiterhin tun", sagte Niersbach. Erst vor knapp zwei Wochen hatten die Deutschen den Uefa-Boss mit dem goldenen DFB-Award ausgezeichnet. Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hatte den "lieben Lennart" als Freund des deutschen Fußballs gelobt, ohne den die WM nicht nach Deutschland gekommen wäre, weil er der DFB-Bewerbung stets den Rücken gestärkt habe.

Somit dürfte es in Düsseldorf zu einer Kampfabstimmung zwischen Johansson und Platini kommen. Der einstige Weltklassefußballer, Kapitän und Trainer der "Equipe Tricolore" formuliert seit Jahren seine Ambitionen auf den Chefposten innerhalb des Kontinentalverbandes. Platini hat sich den Ruf des Reformers zugelegt. "Man muss sich entscheiden zwischen dem Mann der Geschichte und dem Mann der Zukunft", sagte Platini.

Johansson stimmt in einigen Punkten nicht mit dem Exekutiv-Mitglied der Fifa und Uefa überein. 2002 hatte der Europameister von 1984 seine Bewerbung noch zu Gunsten des Schweden zurückgezogen.

Beckenbauer bleibt Option auf Platz in Fifa-Exekutive

Beckenbauer indes bleibt die Option auf einen Platz in der Exekutive des Weltverbandes. Fifa-Präsident Joseph S. Blatter würde es gerne sehen, wenn in der Person Beckenbauer ein weiterer prominenter Fußballer in die "Regierung" des Fußballs aufrücken würde. Den Posten des Präsidenten will Beckenbauer Blatter nach eigener Aussage nicht streitig machen.

© SID

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