Fußball Uefa
Johansson sieht sich von Blatter getäuscht

Der frühere Uefa-Präsident Lennart Johansson hat seine erneute Kandidatur für das Amt als Fehler bezeichnet. Außerdem erklärte der Schwede, dass er sich von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hintergangen fühle.

Lennart Johansson scheint seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl der Uefa noch nicht wirklich verwunden zu haben. Drei Monate nach seiner Wahl-Niederlage gegen Michel Platini hat der frühere Uefa-Präsident eingeräumt, dass seine erneute Kandidatur in Düsseldorf ein Fehler gewesen ist und den Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter indirekt scharf kritisiert. "Ich wollte an der Spitze abtreten, aber ich habe mich dazu verleiten lassen, weiterzumachen; das ärgert mich", sagte der Schwede dem Magazin Four-Four-Two.

Seinem Nachfolger Platini machte Johansson keinen Vorwurf: "Er betrieb seine Kandidatur mit Anstand und schrieb mir einen sehr freundlichen Brief nach seinem Sieg", sagte der 76-Jährige und ergänzte mit Blick auf den Schweizer Blatter, dem er 1998 bei einer Kampfabstimmung um den Fifa-Vorsitz unterlag: "Meine Wut richtet sich gegen jemand anderen, der nicht fair gespielt hat. Die Leute haben gesagt, dass Platini die Marionette des Fifa-Präsidenten sei, aber Blatter könnte sich ins eigene Fleisch geschnitten haben."

Blatter soll Johansson hintergangen haben

Der Weltverbandschef sei ihm in den Rücken gefallen: "Ich blieb Uefa-Präsident, weil mich der Fifa-Präsident offiziell darum gebeten hat - und dann unterstützt er meinen Gegner." Blatter habe ihm gesagt, er bevorzuge einen Fußballer gegenüber einem Administrator. "Als ich fragte, was er damit meinte, sagte er, dass er denke, dass ich zu alt sei zum Weitermachen. Er ist 72 und hat nie Fußball gespielt", sagte Johansson.

Lennart Johansson gestand ein, "naiv" gewesen zu sein: "Ich habe keinen Wahlkampf geführt; nach 17 Jahren des Erfolges, ohne Skandale, einem geeigneten Exekutivkomitee, allen vier WM-Halbfinalisten aus Europa und einer wirtschaftlichen Bilanz, die besser aussieht als die der Fifa, dachte ich, dass meine Erfolgsgeschichte für sich spräche."

© SID

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