Fußball Uefa
Marangos will Beweise gegen Uefa vorlegen

Der zyprische Funktionär Spyros Marangos will seine Korruptionsvorwürfe gegen die Uefa mit Beweisen untermauern. Zyperns Verband hatte sich zuvor von den Aussagen distanziert.

Der zyprische Fußball-Funktionär Spyros Marangos will Beweise für seine Korruptionsvorwürfe gegen die Uefa vorlegen, das Ultimatum des europäischen Verbandes allerdings nicht akzeptieren. "Unser Klient ist willens, die Beweise zu liefern. Voraussetzung dafür ist, dass die Uefa sich an die Abläufe hält und er genügend Zeit bekommt", schrieb der Anwalt von Spyros Marangos laut eines Berichts der zyprischen Nachrichtenagentur CNA.

Noch vor Ablauf des Ultimatums am Mittwoch hatte sich der zyprische Fußball-Verband von den Korruptionsvorwürfen seines früheren Schatzmeisters im Zuge der Vergabe der EM 2012 distanziert. "Der Verband hat keinerlei Kenntnis über die Vorwürfe von Spyros Marangos. Wir sind froh, dass die Uefa ihre Ermittlungen aufgenommen hat, bis Marangos endlich seine Beweise präsentiert, die angeblich in seinem Besitz sind", hieß es in einem offiziellen Statement.

Die Uefa hatte dem Funktionär am Montag mit rechtlichen Schritten gedroht und ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt. Marangos soll seine Vorwürfe bezüglich der Bestechlichkeit von Uefa-Exekutivmitgliedern bis spätestens Mittwoch mit Fakten untermauern.

Marangos liegen angeblich Beweise vor, die einen Verkauf des EM-Turniers 2012 an die Ukraine und Polen durch Vorstandsmitglieder der Uefa belegen. Marangos behauptet, er habe mehrere Zeugen dafür, wie in einer zyprischen Anwaltskanzlei Korruptionsgeschäfte abgewickelt worden seien, die fünf hohe Uefa-Funktionäre betroffen und eine Gesamtsumme von elf Mill. Euro umfasst hätten.

Die EM-Gastgeber wiesen die Vorwürfe unterdessen zurück. "Die Behauptungen sind drei Jahre alt. Wenn sie zumindest teilweise wahr wären, hätten wir keine Meisterschaft mehr", sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine, Boris Kolesnikow, der Nachrichtenagentur Interfax. Ähnlich war die Reaktion in Polen. "Dies ist nur Verleumdung, es ist nicht einmal wert, dass man darüber redet", sagte Jakub Kwiatkowski, der Sprecher des polnischen Sportministeriums. Polen behielt sich zudem rechtliche Schritte vor.

Die Uefa hatte am 18. April 2007 in Cardiff die EM 2012 mit 8:4 Stimmen an die Ukraine und Polen vergeben. Topfavorit Italien unterlag überraschend, Mitbewerber Kroatien/Ungarn ging leer aus. Bei den nun von Marangos Beschuldigten soll es sich um Vorstandsmitglieder der Uefa handeln, die "teilweise schon mit fragwürdigen Aktivitäten im Ehrenamt auffällig wurden".

© SID

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