Fußball Uefa
Platini fordert ein Ende der Kindertransfers

Uefa-Präsident Michel Platini hat in einem Interview ein Machtwort gegen die in England üblichen Kindertransfers gesprochen: "Kinder sind keine Maschinen der Klubs oder Agenten".

Uefa-Präsident Michel Platini hat in einem Pressegespräch mit der Mail on Sunday die in England üblichen Kindertransfers im Fußball aufs Schärfste kritisiert: "Ich habe der Europäischen Kommission gesagt, sie solle einen Bann gegen den Transfer von Minderjährigen verhängen."

In England ist es gängige Praxis, schon Kinder in die Ausbildungsschulen zu holen, um später von ihnen zu profitieren. Platini: "Ich habe dafür plädiert, dass Nachwuchs-Talente ihren ersten Vertrag mit dem ausbildenden Klub schließen müssen. Ich bin dagegen, dass Kinder von Vereinen oder Agenten als Maschinen angesehen werden."

Kritik an Ausverkauf von Klubs

Gleichzeitig polemisierte der Uefa-Präsident gegen die Finanzinvestoren in England: "Wenn Traditionsvereine wie Liverpool und Manchester City zu Spielbällen von Milliardären werden, stimmt mich das traurig. Aber das geht die Fans, die Stadt oder England an. Wenn sie damit leben können, kann ich nichts machen."

Gleichzeitig stellt der Franzose die rhetorische Frage, weshalb der frühere Ministerpräsident von Thailand, Thaksin Shinawatra, Manchester City und die Amerikaner Tom Hicks oder Georg Gillet sowie ein Investment-Fonds in Dubai den FC Liverpool kaufen wollen. Platini: "Ich würde es vorziehen, wenn ein Ex-Minister in Thailand den thailändischen Fußball und Amerikaner den Fußball in den USA entwickeln würden. Weshalb investieren sie in England?"

Platini fordert die nationalen Parlamente auf, durch Gesetze ihren kulturellen Besitzstand zu wahren: "Ein Fußballverein ist etwas anderes als eine Beteiligung bei Fiat oder France Telecom."

© SID

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