Fußball Uefa
Platini verspricht mehr Präsenz im Uefa-Sitz

Michel Platini schlägt im Kampf um die Uefa-Präsidentschaft härtere Töne an und wirft dem amtierenden Boss Lennart Johansson fehlende Präsenz im Hauptquartier vor. Der Franzose werde sogar nach Genf ziehen.

Der Kampf um die Präsidentschaft in der Europäischen Fußball-Union (Uefa) wird mit nun härteren Bandagen ausgetragen. Herausforderer Michel Platini wirft dem schwedischen Amtsinhaber Lennart Johansson fehlende Präsenz im Hauptquartier der europäischen Konföderation in Nyon vor.

"Wenn Sie ins Fifa-Büro nach Zürich kommen, werden Sie feststellen, dass Blatter (Fifa-Präsident Joseph S. Blatter, d.Red) da ist. Aber wenn Sie zur Uefa kommen, stellen Sie fest, dass der Präsident nicht da ist. Wenn sie die Uefa repräsentieren und verteidigen, müssen sie das vom Hauptquartier aus tun. Daher möchte ich mehr Macht für den Präsidenten", sagte Platini im kicker-Interview. Der Europameister von 1984, der auf dem Uefa-Kongress Ende Januar 2007 in Düsseldorf in einer Kampfabstimmung den seit 1990 amtierenden Johansson ablösen möchte, würde "als handelnder Präsident antreten".

Platini will nach Genf ziehen

Platini hat deshalb im Falle einer Wahl zum Uefa-Chef einen Umzug von Paris nach Genf in die Nähe des Uefa-Sitzes Nyon geplant. Er möchte die Uefa ähnlich führen wie dies der Schweizer Blatter mit dem Weltverband Fifa mache.

Erstaunt war Platini, dass Johansson überhaupt für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht, obwohl dieser am 5. November sein 77. Lebensjahr vollendet hat: "Ich mag Lennart Johansson. Ich halte ihn für einen mutigen Mann. Aber beim Fifa-Kongress in Marrakesch erzählte er mir, er wolle zurücktreten, um Urlaub zu machen, mehr Zeit mit seinen Kindern und den Enkeln zu verbringen, angeln zu gehen und all so was. Aber dann, nachdem ich angekündigt hatte, mich zur Wahl zu stellen, entschied sich Lennart plötzlich dafür, gegen mich anzutreten. Das war für einen Mann in seiner Lebensphase eine mutige Entscheidung. Doch ich glaube, dass andere Leute, die nicht so mutig sind wie er, ihn dazu drängen. Allerdings werden die das nicht zugeben."

Champions League bleibt, wie sie ist

Platini machte nochmals deutlich, dass er die Champions League nicht ändern möchte. "Ich bin nicht verrückt", so der ehemalige Italien-Legionär, "ich weiß, was sie für alle bedeutet. Ich will meine Kandidatur nicht torpedieren." Er habe das Prinzip der finanziellen Solidarität zu respektieren. Der einstige Mittelfeld-Star ist allerdings überzeugt, "dass vier Vereine aus den größten Nationen einer zuviel ist. Sie sollten maximal drei Vereine im Wettbewerb haben". Der Fußball müsse einen Schritt zurückgehen, "um seine soziale Verantwortung zu begreifen".

© SID

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