Fußball Uefa
Steuer-Wegfall soll DFB Europapokal-Finale bringen

Nach dem Wegfall der Quellensteuer können sich DFB und DFL große Hoffnungen auf Austragungen europäischer Endspiele machen. Besonders Gelsenkirchen träumt, 2010 das Uefa-Cup-Finale als Gastgeber zu erleben.

Der Verzicht der Finanzminister der Länder, in Zukunft bei Vereinswettbwerben auf die Erhebung einer Quellensteuer zu verzichten, ist von den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der DFL Deutsche Fußball Liga Gmbh begrüßt worden. Die neue Regelung gilt, wenn mit dem jeweiligen Ansässigkeitsstaat der ausländischen Teilnehmer ein gegenseitiger Verzicht auf eine Quellenbesteuerung für diese Einkünfte vereinbart worden ist.

Beworben haben sich für ein Champions-League-Finale München und Berlin, für ein Finale im Uefa-Pokal Hamburg und Gelsenkirchen. Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (sid) ist ein Champions-League-Finale eher unwahrscheinlich, weil dafür das neue Londoner Wembley-Stadion Favorit ist.

Gute Chancen für Gelsenkirchen

Im Gegensatz dazu hat Gelsenkirchen gute Chancen auf das Uefa-Cup-Finale 2010, da das gesamte Ruhrgebiet dann "Kulturhauptstadt Europas" sein wird und sich der Sport gerne an solche Aktivitäten anbindet. Da Deutschland 2011 bereits Gastgeber der Frauen-WM ist, dürften die Chancen, ein Europacup-Finale 2010 in Deutschland zu veranstalten, größer sein.

"Es hat sich gezeigt, dass wir etwas bewegen können, wenn DFB und Liga ihre Position gemeinsam ausspielen. Wir sind der Politik dankbar, dass sie sich für den Profi-Fußball eingesetzt hat", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball auf sid-Anfrage.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erläuterte: "Ein Europapokal-Finale ist weder für den DFB noch für die DFL ein großartiger finanzieller Gewinn. Aber es tut dem Image des Fußball-Landes Deutschland gut. Es tat weh zu wissen, dank der WM mit die besten Stadien in Europa zu haben und wegen dieser Quellensteuer bei der Vergabe nie berücksichtigt zu werden." Niersbach verwies außerdem darauf, dass auch ohne Quellensteuer durch Umsatzsteuer und Touristen der Staat bei einem Finale immer Einnahmen habe.

Quellensteuer kostete Deutschland Final-Austragungen

Die Quellensteuer betrug zuletzt 30 Prozent und hatte zuletzt dazu geführt, dass Deutschland trotz seiner herausragenden WM-Stadien bei der Vergabe von Uefa-Endspielen der Champions League und des Uefa-Pokals nicht bedacht wurde. Das letzte Finale der Königsklasse fand 2004 in Gelsenkirchen statt (FC Porto - AS Monaco 3:0, das letzte Uefa-Cup-Endspiel 2001 in Dortmund mit dem denkwürdigen Finale zwischen dem FC Liverpool und CD Alaves (5:4 i.V.).

Auch bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zeigte man sich zufrieden über die Entscheidung der deutschen Politik. "Dieser Beschluss, wenn er denn offizialisiert wird, steigert Deutschlands Chancen enorm, wieder die Austragung eines Finales übertragen zu bekommen. Wir als Uefa sind ja nicht dagegen, Steuern zu bezahlen. Wir verweisen nur immer darauf, dass es bei den Fernsehverträgen, die über ein Jahr laufen oder den Spiel- und Spielerprämien ungeheuer schwierig ist, einzelne Summen exakt einem Spiel zuzuordnen", erklärte Kommunikationsdirektor William Gaillard.

Die Entscheidung, die im Dezember gefallen ist, soll laut kicker-sportmagazin im ersten Quartal 2008 im Bundessteuerblatt veröffentlicht werden und wird damit auch international rechtskräftig. Die Uefa wird auf ihrer Exekutiv-Sitzung am 27. Und 28. März in Liechtenstein ihre Entscheidung über die Endspielorte 2010 und 2011 fällen.

© SID

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