Fußball Uefa
Uefa-Mitarbeiter im Zwielicht des Wettskandals

Im Zwielicht des internationalen Wettskandals stehen jetzt offenbar auch zwei Mitarbeiter der Uefa. "Wir haben von der Geschichte gehört", so Uefa-Mediendirektor Rob Faulkner.

Im Zuge des internationalen Wettskandals sind auch Mitarbeiter der Europäischen Fußball-Union (Uefa) ins Zwielicht geraten. Nach englischen Medienberichten stehen angeblich auch Uefa-Mitarbeiter unter Verdacht, "Wettbetrügern zu helfen, indem sie diese mit Insiderhinweisen zu Schiedsrichteransetzungen versorgten." Nach den Regularien der Uefa erfahren Schiedsrichter im Normalfall erst am Tag vorher, welches Champions-League-Spiel sie pfeifen.

Erst Informationen, dann Statement

"Wir haben von der Geschichte gehört. Ob wahr oder nicht - das ist besser bei der Polizei in Deutschland zu überprüfen. Erst wenn wir Informationen haben, können wir das auch kommentieren", sagte Uefa-Mediendirektor Rob Faulkner der Bild-Zeitung.

Angeblich sollen Informationen über die Ansetzungen der Referees schon vorher durchgesickert sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum stehen unter anderem mindestens auch drei Spiele der Champions League sowie zwölf Partien der neu gegründeten Europa League unter Manipulationsverdacht.

Unterdessen weitet sich der größte Betrugsskandal in der europäischen Fußball-Geschichte auch in der Schweiz zunehmend aus. Nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft stehen in der Schweiz 22 Spiele der 2. Liga und sechs Vorbereitungsspiele unter Manipulationsverdacht. Wie der "Tagesanzeiger" am Dienstag berichtet, sollen in den Vorbereitungsspielen auch die Schweizer Erstligisten Young Boys Bern und FC Aarau gegen mögliche Betrüger gespielt haben.

Verdächtige Elfmeter

So sollen die Testspiele von den Young Boys und Aarau gegen den bulgarischen Verein Mezdra in der Schweiz am 13. bzw. 17. November möglicherweise nicht ordnungsgemäßüber die Bühne gegangen sein. Die letzten beiden Tore für Young Boys fielen per Eigentor und Elfmeter, im Spiel gegen Aarau war der letzte Treffer ebenfalls ein Elfmeter.

Zuvor hatte bereits der Schweizer Zweitligist FC Gossau seinen Mittelfeldspieler Mario Bigoni suspendiert. Der 25-Jährige soll dem Klubpräsidenten Roland Gnägi Unregelmäßigkeiten bereits gestanden haben. Bigoni soll bereits von der Polizei vernommen worden sein.

"Du, da ist Geld zu verdienen"

Es geht um die 0:4-Heimniederlage am 24. Mai gegen Locarno. "Einer seiner Mitspieler habe ihn angegangen mit den Worten: Du, da ist Geld zu verdienen", wird Gnägi im Blick zitiert: "Bigoni sagte mir aber nicht, ob er auf das Angebot eingegangen sei." Insgesamt seien von der Wettmafia für eine Manipulation des Spiels 31 000 Franken (20 500 Euro) an Gossau-Spieler gezahlt worden.

Zuvor hatte bereits der FC Thun seinen Stürmer Pape Omar Faye suspendiert. Der Senegalese war ebenfalls von der Polizei vernommen worden, es soll um das Spiel vom 26. April in Yverdon (1:5) gegangen sein. Wie der Klub am Montag mitteilte, soll auch das Direktduell der beiden Klubs am 17. April 2009 (4:3 für Gossau) Gegenstand der polizeilichen Ermittlung sein.

© SID

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