Fußball UI-Cup
Legia Warschau für zwei Jahre gesperrt

Nach den schweren Ausschreitungen beim UI-Cup-Spiel bei Vetra Vilnius aus Litauen wurde der polnische Meister für zwei Spielzeiten von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.

Harte Strafe für Legia Warschau: Nach den Ausschreitungen von Hooligans rund um das UI-Cup-Spiel bei Vetra Vilnius in litauischen Wilna hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) den achtmaligen polnischen Meister für zwei Spielzeiten von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.

Die Sperre gilt für die laufende Saison und die Spielzeit, in der Legia in den kommenden fünf Jahren international qualifiziert sein sollte. Das Spiel, das am vergangenen Sonntag beim Stande von 2:0 für Vetra Vilnius nach 45 Minuten abgebrochen worden war, wird mit 3:0 gewertet.

Das Zweitrunden-Hinspiel, das am vergangenen Sonntag beim Stand von 2:0 für Vetra Vilnius nach 45 Minuten abgebrochen worden war, wurde mit 3:0 für die Gastgeber gewertet. Ein Rückspiel wird es nicht geben. Die Uefa-Disziplinarkomission bezeichnetete in ihrer Urteilsbegründung die Ausschreitungen als "hässlich und schockierend".

Einspruch bereits angekündigt

Der frühere Armeeklub kündigte sofort an, Einspruch einzulegen. "Das Urteil ist extrem schmerzhaft für uns. Wir werden dafür kämpfen, dass unser Verein in der Saison 2008/2 009 wieder im Europapokal spielen darf. Diese Sanktion hat Legia nicht verdient", meinte Pressesprecherin Monika Repizant.

Einige der etwa 2 500 mitgereisten Legia-Fans hatten in Vilnius zur Halbzeit begonnen, Polizisten mit Eisenstangen und Steinen zu attackieren. Die Ordnungshüter hatten darauf mit dem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas reagiert. 30 Rowdies, darunter vier litauische Hooligans, waren verhaftet worden.

Erheblicher Sachschaden entstanden

Der polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hatte sich nach den Vorfällen bei seinem litauischen Amtskollegen Gediminas Kirkilas persönlich entschuldigt. Nach litauischen Angaben sind allein im Stadion Sachschäden von etwa 21 000 Euro entstanden, weil Hooligans Sitze, Fluchttore und transportable Toiletten demolierten. Kaczynski hatte den Vandalismus seiner Landsleute als "inakzeptables Verhalten" bezeichnet.

Ein litauischer Anhänger musste mit Messerstichwunden ins Krankenhaus gebracht werden, zwei Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen an Kopf und Beinen. Sieben polnische Hooligans wurden im Schnellverfahren zu Gefängnisstrafen zwischen fünf und 15 Tagen verurteilt, neun weitere müssen Geldbußen in Höhe von 300 Litas (87 Euro) begleichen.

2006 war Feyenoord bereits ausgeschlossen

Zuletzt hatte die Uefa den niederländischen Spitzenklub Feyenoord Rotterdam wegen schwerer Ausschreitungen seiner Anhänger aus dem Uefa-Cup ausgeschlossen. Am 30. November 2006 hatten sich Feyenoord-Hooligans im Gruppenspiel beim französischen Vertreter AS Nancy (0:3) schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert und anschließend die Innenstadt verwüstet. Tottenham Hotspur erhielt nach dem Urteil in der Runde der letzten 32 ein Freilos.

Die bekannteste Uefa-Sanktion bislang betraf den englischen Rekordmeister FC Liverpool, der nach der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion 1985 für sieben Jahre von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen wurde. Liverpool-Fans hatten vor dem Endspiel im Europapokal der Landesmeister gegen Juventus Turin den Juve-Block gestürmt und eine Massenpanik ausgelöst. 39 Menschen kamen dabei ums Leben.

© SID

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