Fußball und Geld
Mythos Schalke 04 – Chaos, Glanz und Leid

Neuer Trainer, große Ziele: Deutscher Meister soll Schalke 04 nun endlich werden. Doch auch wenn sie verlieren, werden sie geliebt. Warum der Klub zum Mythos wurde, fast versunken wäre und so gerne scheitert.
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DüsseldorfSchalke 04 ist nicht nur ein Fußballverein. Der Klub ist ein Phänomen. Er gehört zur modernen Pop-Kultur, er ist Religion und Lebenselixier für seine Fans. Und das, obwohl die Knappen nur mäßig erfolgreich sind. Seit fast sechzig Jahren sind sie nicht mehr Deutscher Meister geworden. Der Beste zu sein, ist im Fußball eben nicht alles.

In dem Spiel, das längst ein großes Geschäft ist, zählt das Image. Und wer so starke Emotionen wie Schalke hervorruft, sticht heraus und schwimmt in der Gunst der Geldgeber oben mit. So fühlte eine ganze Republik mit den Königsblauen, als sie 2001 viereinhalb Minuten Meister waren – und dann ganz blöd den Titel in letzter Sekunde verloren.

Der Meister der Herzen war zuvor mehrere Jahrzehnte im Mittelmaß verschwunden. Seit vielen Spielzeiten zählt er sportlich aber nun wieder zur deutschen Fußballelite. Doch im Gegensatz zur Borussia in Dortmund fehlt dem Verein noch etwas für den ganz großen Wurf: Geduld, Weitblick und Stabilität.

Das zeigt nicht nur die unglückliche und völlig aus dem Ruder geratene Debatte um den jüngst entlassenen Trainer Jens Keller. Auf Schalke gibt es Dutzende solcher Geschichten, bei denen sich unabhängige Beobachter an den Kopf fassen: Was für ein Chaos! Verwundern mag es da, dass der Verein trotzdem wieder so gut kickt.

Zufall ist das jedoch nicht. Im modernen Fußball zählen heute drei Dinge: Ein modernes Stadion, eine große Fan-Basis und ein positives Image, das Sponsoren anzieht. All das bietet Schalke. Und es ist gleichzeitig die Basis, um wiederum genügend Geld zu generieren. Denn auf Dauer schwimmen nur die finanziell Starken sportlich oben mit. Vielleicht gelingt es ja nun mit dem neuen Trainer Roberto Di Matteo endlich wieder einmal Deutscher Meister zu werden. Bei seinem Debüt konnten die „Königsblauen“ mit 2:0 gegen Hertha BSC gewinnen.

Mit den Bergleuten, die ihn schufen, verbindet die Knappen dagegen eigentlich nur noch die Erinnerung. Diese Tradition wird zwar immer noch gerne beschworen, hat aber mit dem Mythos Schalke nichts zu tun. Der entstand ganz anders – fern von Chaos, aber mit Tiki-Taka a la Barcelona. Und der Hilfe von Ruhrbaronen.

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