Fußball & Korruption
Mehr Tote im Fifa-Krimi

Im Prozess um Korruption bei der Fifa gibt es den nächsten Toten. Ein mexikanischer Fernsehmanager wurde auf dem Rad erschossen. In Brooklyn geht es um millionenschwere Bestechungen – auch bei der WM-Vergabe an Katar.
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New YorkDas Schicksal der Fußball-WM in Katar könnte in dem Gerichtsraum 4F in Brooklyn entschieden werden. In dem Festungs-ähnlichen Gebäude mit der gewölbten Glasfassade und dem Adlerwappen über dem Eingang mischt die Richterin Pamela Chen in diesen Tagen die Fußballwelt auf. Todesdrohungen, ein Selbstmord und ein erschossener mexikanischer Fernsehmanager begleiten den Prozess.

In dem Verfahren geht es um millionenschwere Korruption - auch im Jahr 2010 bei der Vergabe der WM 2022 an das Land Katar. Nachdem die größten Fußballländer daran gescheitert sind, für Transparenz bei dem internationalen Fußballverband Fifa zu sorgen, könnten nun die USA Licht in die Machenschaften des privaten Vereins zu bringen.

Die Vereinigten Staaten hatten sich 2010 auch um die Ausrichtung der WM beworben. Doch der Zuschlag ging an Katar - trotz mangelnder Fußballtradition und extremer Hitze zur WM-Zeit. Gerüchte über mögliche Bestechungen gab es viele, Beweise bisher keine.

Der Prozess in Brooklyn stützt sich vor allem auf die Aussagen eines Kronzeugen: Alejandro Burzaco, der Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma. Er hat vergangene Woche gleich mehrere Fußball-Funktionäre schwer belastet.

Überraschend hat er außerdem gleich zum Auftakt den 2014 gestorbenen Ex-Fifa-Vize Julio Grondona aus Argentinien bezichtigt, bei der Vergabe der WM 2022 an Katar im Dezember 2010 für seine Stimme mehr als 800.000 Euro angenommen zu haben.

Aber auch gegen die drei Hauptangeklagten sagte er aus: die Fußball-Funktionäre José Maria Marin (Ex-Chef des brasilianischen Verbandes), Juan Ángel Napout aus Paraguay (Ex-Chef des südamerikanischen Verbandes Conmebol) und Manuel Burga (Ex-Chef des peruanischen Verbandes).

Kommentare zu " Fußball & Korruption: Mehr Tote im Fifa-Krimi"

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  • Also ... ich finde den Kommentar von Herrn Nolte nicht sehr diplomatisch. Über das Thema, ob Russland eine WM verdient hat, kann man auch anderer Meinung sein. Schade, dass selbst eine WM in Deutschland (mit kurzen Wegen, nah am Fan, mit fairen Chancen auf ein Ticket, nachhaltigen Stadien und auch mit fairen Arbeitsbedingungen) geschmiert werden muss, um in diesem kriminellen Zirkus eine Chance zu haben.

    Trotzdem muss man dem Kommentar von Herrn Nolte voll zustimmen.

    Die WM in Katar wird die erste WM sein, die ich komplett boykottieren werde. Schade.

  • Diese WM in Katar ist ein einziger Schandfleck in der Fußball-WM-Geschichte! Warum wird sowas nicht boykottiert? Ein Land - die können mit ihrem scheiss Motto ihre Gastfreundschaft heucheln wie sie wollen - welches homosexuelle Handlungen unter schwere Strafe stellt,Frauen verschleiert und die Stadien unter Menschen-unwürdigen Bedingungen errichten lässt ist es nicht wert eine WM zu bekommen! Sicher gibt es auch ein paar katarische Fans, aber das wiegt kaum auf, Katar spielt im Weltfußball keine Rolle und hat keine Tradition! Was soll dieser Witz? Wann wird dieser widerwärtigen Fifa-Mafia endlich das Handwerk gelegt?
    Bei keiner WM wünsche ich mir ne ordentliche Horde Hooligans mehr als in Katar...saufen, pöbeln, alles kaputschlagen in dem korrupten Drecksloch welches noch den IS mitfinanziert!

    Und selbst WENN bei der Vergabe nach Russland (bei Deutschland kann man sich ja auch sicher sein) Schmiergelder im Spiel waren: Russland hat eine WM verdient!

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