Fußball
Verbraucherschützer klagen gegen WM-Ticket-Verkauf

Der Streit zwischen den Verbraucherschützern und den Organisatoren der Fußball-Weltmeisterschaft um den Ticketverkauf wird jetzt vor Gericht geführt.

dpa BERLIN. Der Streit zwischen den Verbraucherschützern und den Organisatoren der Fußball-Weltmeisterschaft um den Ticketverkauf wird jetzt vor Gericht geführt.

Der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) klagt gegen die Verkaufspraktiken vor dem Landgericht Frankfurt/Main auf eine einstweilige Verfügung und will damit die geltenden Bedingungen stoppen. Für den Verband teilte in Berlin Patrick von Braunmühl mit, dass der so genannte Optionsverkauf unzulässig sei. Dabei gehen die Käufer in Vorleistung, ohne zu wissen, ob sie tatsächlich Tickets bekommen. Außerdem gehen die Verbraucherschützer gegen ihrer Ansicht nach widerrechtliche Servicegebühren vor.

Der Vizepräsident des Organisationskomitees der WM, Horst R. Schmidt, sagte, er sehe der Klage gelassen entgegen. Der Rechtsstreit orientiere sich nicht an den wirklichen Interessen der Fußballfans. Schmidt bedauerte, dass die aus Sicht des WM-OK bisher gute und sachliche Atmosphäre der Gespräche mit den Verbraucherschützern durch die juristischen Maßnahmen eskaliert sei.

Schmidt teilte mit, dass im Optionsticket-Programm bis zum 30. November mehr als 61 000 Bestellungen für rund 140 000 Tickets eingegangen sind. Das OK werde an dem geplanten Verfahren festhalten. Zum Auftakt waren weltweit rund 820 000 Tickets erworben worden. Eine dritte Phase beginnt über die Internet-Adresse www.Fifaworldcup.com am 12. Dezember mit bis zu 300 000 weiteren Tickets, die wie zu Beginn der Aktion verlost werden. Ziel sei "die volle Besetzung der WM-Arenen".

Die Verbraucherschützer halten dagegen, dass die derzeitige Praxis den Ticket-Anbietern für mehrere Monate eine Art zinslosen Kredit gewährt. Das überwiesene Geld soll erst nach dem WM-Turnier zurückgezahlt werden. Falls der Bewerber am Ende keine Karte bekomme, müsse er auch noch illegal Gebühren dafür bezahlen.

Parallel zu dieser Kritik hat deshalb der FDP-Abgeordnete im Europaparlament, Alexander Graf Lambsdorff, eine Anfrage an die zuständige EU-Kommission in Brüssel gerichtet. Damit soll geklärt werden, ob die deutsche Praxis gegen EU-Recht verstößt. Es bestünde der Verdacht, dass das OK sein Monopol missbraucht. In der Folge müsste die EU Zwangsgelder verhängen. Alexander Graf Lambsdorff sagte zum aktuellen Verfahren: "Dies ist eine Abzocke der Fans." Von Braunmühl sagte, die WM-Veranstalter zeigten eine "arrogante Haltung als Monopolisten, mit der sie den Fans die Bedingungen diktieren wollen".

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