Fußball: VfB verspricht sich von Veh frischen Schwung

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VfB verspricht sich von Veh frischen Schwung

dpa STUTTGART. Dem Trainer von Welt folgt der Mann aus der Fußball-Provinz: Armin Veh soll mit frischem Schwung den Stillstand beim VfB Stuttgart überwinden und die verunsicherten Schwaben in den Uefa-Pokal führen.

Nur zwölf Stunden nach der zu diesem Zeitpunkt überraschenden Entlassung von Star-Coach Giovanni Trapattoni präsentierte der Fußball-Bundesligist den 45-Jährigen als neuen Hoffnungsträger. „Veh ist ein Name, der bei uns immer präsent war. Wir wissen was er leisten kann, was er geleistet hat“, begründete VfB-Präsident Erwin Staudt die ebenso überraschende Verpflichtung des Mannes aus der zweiten Trainerreihe. „Für die letzten 14 Spieltage wollen wir mit einem neuen Gesicht Impulse geben.“ Veh erhält einen Vertrag bis zum Saisonende. Sein Assistent wird VfB-Urgestein Eberhard Trautner.

Der VfB-Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt sieht in Veh allerdings offenbar eine Besetzung auf Zeit. „Ich gehe davon aus, dass Veh zunächst nur eine Übergangslösung ist“, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“. „Es ist der letzte Versuch, doch noch das Ziel eines Uefa-Cup-Platzes zu erreichen. Parallel zum Verlauf der restlichen Saison werden wir daran arbeiten, eine dauerhafte Lösung für das Trainerproblem zu finden.“

Veh kündigte an, mit kreativem Offensivfußball und schnellem Kurzpassspiel an die erfolgreichen Zeiten der „jungen Wilden“ unter dem vor eineinhalb Jahren zum FC Bayern München gewechselten Felix Magath anknüpfen zu wollen. „In der Mannschaft steckt viel Potenzial. Mit ihr kann man was erreichen“, sagte der gebürtige Augsburger. Bei der nächsten Bewährungsprobe bei Arminia Bielefeld will Veh es aber bei einigen personellen Veränderungen belassen. „Ich kann nicht innerhalb eines Tages das System ändern“, erklärte er nach seinem ersten kurzen Trainingseindruck und unterließ jeglichen Versuch, seinen prominenten Vorgänger zu kritisieren.

Veh begreift das Engagement beim VfB als große Chance, sich auf der Bühne Bundesliga zu etablieren: „Ich möchte zeigen, dass ich ein nicht ganz schlechter Trainer bin.“ Schließlich habe er bei seinen vorherigen Stationen mit Spvgg Greuther Fürth und SSV Reutlingen jeweils den Aufstieg in die Zweite Liga geschafft und mit Hansa Rostock zwei Jahre lang die Klasse gehalten. Dass er vor zwei Jahren bei seinem bislang einzigen Erstliga-Engagement in Rostock vorzeitig aufgehört habe, bezeichnete er „als Dummheit und Fehler“. Seit seiner Beurlaubung bei seinem Heimatverein FC Augsburg im September 2004 war der Schwabe arbeitslos.

VfB-Teammanager Horst Heldt, der an dem nach einer mehrstündigen Präsidiumssitzung getroffenen Trainertausch entscheidend mitgewirkt hatte, charakterisierte Veh als „geradlinigen Typen mit klaren Vorstellungen und Autorität“. Das Wichtigste sei aber, dass der ehemalige Profi (Borussia Mönchengladbach, Spvgg Bayreuth) für offensiven Fußball stehe. Hundt sagte der „Welt“: Der neue Manager hat zur aktuellen Entwicklung sicherlich wesentlich beigetragen. Horst Heldt hat uns deutliche Hinweise zum Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer gegeben.“

Staudt führte den drohenden Absturz des selbst ernannten Champions-League-Kandidaten ins graue Niemandsland der Tabelle als entscheidenden Grund für die Trennung von Trapattoni an. Mit dem vom VfB-Präsidenten immer in den höchsten Tönen gelobten „Maestro“ wurde auch dessen Trainerstab mit Ex-Weltmeister Andreas Brehme entlassen. Meldungen, wonach der Club nun etwa vier Mill. Euro an Trapattoni & Co bezahlen müsse, dementierte Staudt als „schiere Spekulation“.

Trapattoni ist bereits der neunte Trainer dieser Saison, der vorzeitig gehen musste. In der Bundesliga-Geschichte ist der 66 Jahre alte Italiener, der mit Bayern München einst deutscher Meister und Pokalsieger wurde, der 302. entlassene Coach.

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