Fußball-Weltverband
Wie die Fifa reformiert werden soll

Domenico Scala ist mit der Überwachung des Machtwechsels bei der Fifa beauftragt worden. Nun trifft sich das Reform-Komitee zum ersten Mal. Welche Beschlüsse getroffen werden könnten. Und warum die Zeit drängt.
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ZürichAn diesem Donnerstag trifft sich das Fifa-Reform-Komitee zum ersten Mal in Bern. Die Zeit drängt. Fifa-intern werden bereits radikale Blaupausen für den Umbau des Weltfußballverbandes herum gereicht.

So schwebt Domenico Scala, dem unabhängigen Leiter der Audit- und Compliance-Kommission der Fifa, eine Entmachtung des Exekutiv-Komitees vor, das bisher 25 Mitglieder umfasst und in der Vergangenheit alle wichtigen Entscheidungen wie die Vergabe der Fußball-WM entschieden hat.

Laut Insidern schwebt Scala vor, das Gremium zu teilen in ein Aufsichts- und ein Exekutiv-Organ, ähnlich wie Vorstand und Aufsichtsrat bei einer Aktiengesellschaft. Im Exekutiv-Organ sollen möglichst Profi-Manager sitzen. Sie werden wie in einer AG vom neuen Aufsichtsorgan bestellt werden, in dem Vertreter der Fußball-Verbände sitzen.

Anders als bisher sollen aber nicht die Konföderationen wie die Uefa ihre Vertrauensleute in die Fifa-Spitze berufen dürfen. Das neue Aufsichtsorgan soll vom Kongress gewählt werden; dort hat jeder der 209 Fußballverbände eine Stimme. Ein Sprecher Scalas wollte die Informationen nicht kommentieren.

Ein weiterer, weniger umstrittener Punkt der Reformen umfasst die geplante Amtszeit-Beschränkung. Auf diese hatte sich das Exekutiv-Komitee bereits bei ihrer Sitzung am 20. Juli im Prinzip verständigt. Die Rede ist von zwei oder drei Amtszeiten von je vier Jahren. Die Einführung einer Amtszeitbegrenzung gilt als zentrales Element, damit sich nicht wie bisher über Jahrzehnte Netzwerke bilden.

Doch die Erneuerung der Gremien kann die Fifa nicht ihren Mitgliedsverbänden, noch weniger den mächtigen Konföderationen aufzwingen. Scala denkt den Informationen zufolge daher an einen Trick, und zwar über Wählbarkeitskriterien.

Konkret soll für ein Fifa-Spitzenamt nur dann ein Kandidat einer Konföderation wählbar sein, wenn es in der entsprechende Konföderation ebenfalls Amtszeitbeschränkungen gibt. Sprich, will die Uefa weiterhin Vertreter in die Fifa-Spitze entsenden, so muss auch die Uefa bei sich selbst Amtszeitschranken einführen.

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