Fußball
Wenig Begeisterung für Extraschicht Confed Cup

Wenn die Stars aus Brasilien, Italien und Spanien beim Confed Cup in Südafrika schon einmal die WM-Bedingungen testen, ist der deutsche Fußball nur Zaungast. Und auch die Auswahl an Bundesliga-Profis ist handverlesen. Die Extraschicht im Sommer verursacht bei den Nominierten allerdings auch gemischte Gefühle. Und bei Europas Top-Klubs ist der WM-Testlauf gar nicht gern gesehen.

HB JOHANNESBURG/HAMBURG. Bei der EM im Sommer 2008 stellten die Bundesliga-Vereine vor allen anderen Topligen noch die größte Gruppe aller Turnierteilnehmer. Beim Sommer-Highlight 2009 ist die Auswahl hingegen handverlesen. Gerade einmal ein gutes halbes Dutzend Profis, die in Deutschland ihr Geld verdienen, wurde in die Kader der acht Teams für den Confed Cup vom 14. bis 28. Juni berufen.

Einziger Club mit zwei Südafrika-Gesandten ist der FC Bayern München. Luca Toni stürmt für Italien, Lucio gehört zum Aufgebot Brasiliens. Weitere "deutsche" Confed-Cup-Teilnehmer sind der frisch gebackene deutsche Meister Josue (VfL Wolfsburg) in Diensten von Rekord-Weltmeister Brasilien, der Ägypter Mohamed Zidan (Borussia Dortmund) und Südafrikas Ersatztorwart Rowen Fernandez (Arminia Bielefeld). Die USA setzen gleich auf drei Deutschland-Akteure: Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach, Heath Pearce (Hansa Rostock) und Luis Robles (1. FC Kaiserslautern) gehören zum Kader. Spanien, Irak und Neuseeland kommen hingegen ohne Deutschland-Legionäre aus.

Die Extraschicht im Sommer verursacht bei den Bundesliga-Akteuren gemischte Gefühle: "Ich denke, das Turnier kommt zu keinem günstigen Zeitpunkt", sagte Lucio und drückte seine Sorge vor einem zu großen "Ermüdungsfaktor" aus. "Es wäre sicher einfacher, wenn wir etwas mehr Pause hätten und uns etwas ausgeruhter vorbereiten könnten. Aber der Spielkalender ist nun mal so, das kann man nicht ändern", sagte Lucio, der vor dem Trip nach Südafrika noch zweimal in der WM-Qualifikation ran musste. Für den Gladbacher Bradley steht der sportliche Reiz mit Partien gegen Italien und Brasilien im Vordergrund. "Ich freue mich sehr auf das Turnier. Gegen solche Weltklasseteams spielt man nicht alle Tage."

Bei Europas Top-Vereinen ist der WM-Testlauf nicht gern gesehen. Barcelonas Champions-League-Erfolgscoach Josep Guardiola mahnte eine Schonung für seinen angeschlagenen Star Andres Iniesta an. Der Mittelfeldmann bekommt nun Zeit, seine Muskelverletzung in Ruhe auszukurieren. 16 spanische Europameister - inklusive Xavi und Fernando Torres - sind in Südafrika aber dabei und sollen dem Turnier - wie auch Brasiliens Kaká - als Individualkünstler eine besondere Note geben.

Der Confederations Cup wird auch zu einem Gradmesser taktischer Entwicklungen unter WM-Bedingungen. Diese werden von Bundesliga- Beobachtern auch ohne eigene Akteure in Aktion begutachtet werden - und auch Bundestrainer Joachim Löw will neue Trends nicht verpassen. Chef-Scout Urs Siegenthaler wird nach Südafrika reisen. Vom Halbfinale an ist Löw selbst am Ort des Geschehens. "Das ist schon ein interessantes Turnier, und die Mannschaften, die da spielen, sind interessante Teams. Ich erwarte mir da viele Erkenntnisse, die wir verwerten können", sagte Löw.

Dass die deutsche Nationalmannschaft sich als EM-Zweiter nicht für Südafrika qualifizieren konnte, dürfte die Bundesliga-Trainer aus Schonungsgründen für ihre Spieler sogar erfreut haben. Und auch Löw sieht die längere Pause für Bastian positiv. "Es ist mir daher schon recht, dass viele Spieler in diesem Jahr eine lange Vorbereitungszeit vor Saisonbeginn haben. Denn damit können sie eine gute Basis legen."

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