Fußball-Wettskandal
Festnahmen in China

Die chinesische Polizei hat im Zuge ihrer Ermittlungen gegen Wettbetrug im professionellen Fußball am Mittwoch insgesamt 16 Personen verhaftet. Neben zwölf Spielern und Trainern sind vier hochrangige Fußball-Funktionäre festgenommen worden. Unter anderem auch der frühere Verbands-Vizepräsident Yang Xu, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Wie der Tagesspiegel zudem berichtet, sollen im größten Betrugsskandal in der Historie des europäischen Fußballs die Wetten auf die offenbar über 200 manipulierten Spiele zum größten Teil in Asien platziert worden sein. Dort können im Gegensatz zu Europa auch legal höhere Beträge bis zu 30 000 Euro gesetzt werden.

Der bereits 2007 wegen Wettmanipulation verhaftete und seit seiner Freilassung im vergangenen Jahr gegen Zahlung einer Kaution untergetauchte Malaysier William L. soll nach Informationen des Tagesspiegels erneut in den aktuellen Skandal verwickelt sein.

Wetten via Internet

Oftmals finden die Wetten in Asien in kleinen Bars statt. Dort sammeln die kleinen Buchmacher Einzelwetten von bis zu 10 000 Euro ein und reichen sie an die großen Buchmacher weiter. Diese setzen das eingesammelte Geld dann via Internet weltweit.

Die Informationen für obskure Wetten auf untere deutsche Ligen liefern in Deutschland lebende Studenten live vom Spielfeldrand per Handy nach China, berichtete die ARD. So können Zocker in China sogar auf Einwechslungen und Platzverweise in einem Landesligaspiel wetten, während die Partie 9 000 Kilometer westlich noch läuft.

Korruption in China weit verbreitet

2 008 registrierte Chinas Polizei 179 000 Fälle illegalen Spielens. Die Gesamteinnahmen durch illegale Wetten werden auf 100 Mrd. Euro geschätzt, mehr als die Hälfte davon sind Fußballwetten. Die WM 2006 in Deutschland soll der Wettmafia in ganz Asien zudem zu einem zusätzlichen Boom verholfen haben. Schätzungsweise 60 Prozent aller Onlinewetten während des Turniers wurden in China und Südostasien abgegeben, der größte Anteil über illegale Kanäle.

Den Skandal in China betreffend schrieb Xinhua: "Das Niveau des chinesischen Fußballs ist aufgrund von Wetten, Spielabsprachen und bestochenen Schiedsrichtern in den vergangenen Jahren massiv gesunken." Neben dem ehemaligen Verbands-Vize Yang Xu wurden auch Manager Wang Xin, der unter anderem auch auf der Fahndungsliste von Interpol stand, und Trainer Ding Zhe vom Profiklub Liaoning Guangyuan verhaftet.

Mehr als 100 Personen wurden verhört

Wang und Ding sollen bereits im Jahr 2007 in einen Betrugsskandal verwickelt gewesen sein, der zur Festnahme von sechs Spielern ihres Klubs geführt hatte. Der Trainer und der Manager waren dabei überraschend aber ohne Bestrafung davongekommen. Der vierte festgenommene Offizielle soll Wang Po, Manager von Shanxi Wellsend, sein. Die Vorwürfe sollen sich alle auf die Spielzeiten 2006 und 2007 beziehen.

Mehr als 100 Klubverantwortliche, Trainer und Spieler sind im Zuge der Betrügereien in den vergangenen Wochen und Monaten von der chinesischen Polizei verhört worden.

© SID

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