Fußball
Wettskandal ohne Beteiligung von Schweizer Schiris

Nach aktuellen Informationen sind keine Schweizer Schiedsrichter in den Wettskandal involviert. In Kroatien wurde unterdessen ein verdächtiger Slowene festgenommen.

Nach derzeitigen Stand sind keine Schiedsrichter aus der Schweiz in den aktuellen europäischen Fußball-Wettskandal verwickelt. Weder Unparteiische noch Klubfunktionäre hätten Einfluss auf die Resultate der 22 zu untersuchenden Zweitliga-Begegnungen und der sechs Testspiele genommen, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Weiter gab die Bundesanwaltschaft bekannt, dass am vergangenen Donnerstag zwei Personen festgenommen worden waren und sich seitdem in Untersuchungshaft befinden. Es bestehe Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Weitere Details könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt werden. Mit der Swiss Football League (SFL) sei die Bundesanwaltschaft aber in ständigem Kontakt.

Der Tagesanzeiger schreibt, dass zwei der sechs in der Schweiz möglicherweise manipulierten Testspiele mit dem bulgarischen Verein Lokomotive Mezdra im Zusammenhang stehen würden. Dieser spielte am 13. und 17. November gegen Aarau bzw. die Young Boys Bern und verlor offenbar absichtlich beide Male 0:5. Mezdra kassierte die letzten beiden Tore gegen Young Boys per Eigentor und Elfmeter, das letzte Tor gegen Aarau wurde ebenfalls per Elfmeter erzielt.

Schaffhausens Torhüter Tofiloski im Visier der Wettmafia

Der FC Schaffhausen teilte mit, dass sein Torhüter Darko Tofiloski in der Vergangenheit zweimal von dritter Seite angesprochen und ihm Geldbeträge angeboten worden seien, falls er mithelfen würde, Resultate zu manipulieren. Der Spieler habe beide Male abgelehnt und sei dann zu seinem Schutz in den beiden Spielen nicht zum Einsatz gekommen. Als Folge dieses Vorfalls hätten gestern alle Profis des FSC einen Ehrenkodex unterzeichnet, wonach sie im Zusammenhang mit dem Wettskandal weder finanzielle Zuwendungen noch Angebote angenommen haben, um ein Resultat bewusst zu verfälschen.

SFL-Präsident Thomas Grimm bestätigte in einem Interview mit der "Berner Zeitung", dass die SFL von der Bundesanwaltschaft am Montag eine Liste mit allen unter Verdacht stehenden Partien erhalten hat. Wegen der laufenden Ermittlungen will und darf er aber zurzeit keine detaillierten Angaben machen.

Verdächtiger Slowene in Kroatien festgenommen

Unterdessen ist in Kroatien ein 38-jähriger Slowene wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung am Wettskandal festgenommen worden. Der Mann sei mit einem in Deutschland ausgestellten Haftbefehl gesucht worden. Dies bestätigte Vuk Djuricic, ein Sprecher der kroatischen Behörde gegen Korruption und organisierte Kriminalität, der französischen Nachrichtenagentur afp.

Der Verdächtige sei am Montagnachmittag an einem Grenzübergang zwischen Slowenien und Kroatien verhaftet und anschließend dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Die deutsche Justiz muss in den nächsten 40 Tagen einen Antrag auf Auslieferung einreichen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%