Fußball WM
2 010 kein zweites Sommermärchen in Deutschland

Der DFB hat den Spekulationen, dass Deutschland Ersatzausrichter der WM 2010 werden könnte, eine Absage erteilt. Andere Kandidaten sollen England, Spanien und die USA sein.

Ein zweites deutsches "Sommermärchen" ist ausgeschlossen, Südafrika fordert erstaunt Aufklärung und die Ersatzkandidaten halten sich bedeckt: Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat mit seiner Aussage, Gespräche mit potenziellen Ersatzausrichtern für die Fußball-WM 2010 geführt zu haben, für Wirbel gesorgt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht als Notnagel definitiv nicht bereit, dennoch ist der Druck auf Südafrika nochmals enorm gestiegen.

"Anstatt über unsere Fortschritte zu berichten, wird über Alternativen spekuliert. Wir sind nicht besorgt, wir stehen nach wie vor auf derselben Seite. Aber wir würden gerne mehr erfahren", sagte Tim Modise, Sprecher des südafrikanischen WM-Organisationskomitees (OK), dem sid: "Die WM wird in Südafrika stattfinden. Es gibt keine andersartigen Hinweise."

Deutschland kein Ersatzkandidat

Deutschland ist als Ersatzkandidat nicht im Gespräch. "Wir haben nicht die Absicht, 2010 wieder eine WM auszurichten", sagte DFB-Präsident Zwanziger dem Express: "Wir wären ja mit dem nassen Handtuch geschlagen, wenn wir versuchen würden, das fantastische Sommermärchen von 2006 zu wiederholen." Zudem habe Blatter diesbezüglich nicht das Gespräch mit dem DFB gesucht, erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger.

In der Verlosung dürften sich dagegen die USA, England, vielleicht auch Spanien befinden. Der US-amerikanische Verband wollte mögliche Gespräche mit Blatter nicht bestätigen. "Unser Augenmerk liegt auf der Qualifikation für die WM. Wir freuen uns auf ein großartiges Turnier in Südafrika", erklärte Verbandsboss Sunil Gulati lediglich. Der WM-Gastgeber von 1994 hat Erfahrung darin, kurzfristig als Veranstalter einzuspringen. Als 2003 in China die Sars-Epidemie ausbrach, halfen die USA als Austragungsort für die Frauenfußball-WM aus.

Valcke: "Wir sind genau auf Stand"

Doch so weit muss es bei der WM 2010 nicht kommen. Blatters Aussage ist allerdings als Mahnung an Südafrika zu verstehen. Denn kurz zuvor war die Streichung des Nelson-Mandela-Bay-Stadions in Port Elizabeth von der Liste der Austragungsorte des Confed-Cups 2009, von Blatter stets als WM-Generalprobe bezeichnet, bekannt geworden. Die Baumaßnahmen für den 49 500 Zuschauer fassenden Neubau liegen hinter dem Zeitplan.

Dies war für Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke nach seiner Visite in Südafrika jedoch kein Grund zur Besorgnis: "Es gab ein rotes Licht für das Stadion, aber es gibt keine weiteren Probleme. Die Ampeln stehen entweder auf Grün oder Orange. Wir sind genau auf dem Stand, auf dem wir sein müssen."

Nicht nur Probleme mit der Infrastruktur

Angst vor einem Verlust der ersten Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden haben die Organisatoren nicht. "Wir haben einen Vertrag, dass sie uns nur bei einer Naturkatastrophe weggenommen werden kann", sagte OK-Chef Danny Jordaan.

Allerdings sind seit der WM-Vergabe im Mai 2004 immer wieder Zweifel an der Machbarkeit der Organisation aufgekommen. Neben der unzureichenden Infrastruktur weisen Kritiker vor allem auf die anhaltenden Rassenunruhen sowie die hohe Kriminalitätsrate hin. Auch die unzureichende Stromversorgung bereitet dem OK und der Fifa Sorgenfalten.

© SID

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