Fußball
WM 2010 kommt live aufs Handy

Der Weltfußballverband Fifa betritt mit der ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden 2010 technologisches Neuland und fährt zugleich Rekorderlöse ein. Die Zahl der TV-Zuschauer dürfte dagegen lediglich stagnieren. Das hat einen guten Grund.

HB JOHANNESBURG. Erstmals sollen ganze WM-Spiele live auf dem Handy zu verfolgen sein, kündigte der zuständige Fifa-Direktor Niclas Ericson in Johannesburg an. Er gab zudem bekannt, dass die Fifa mit dem Verkauf der Medienrechte für den Konföderationen-Cup 2009 sowie die Fifa-Weltmeisterschaft 2010 einen Rekorderlös von 2,5 Mrd. Dollar erzielte. Die weltweit verkauften Medienrechte für die beiden Großveranstaltungen beinhalten Sende-Lizenzen für TV, Radio, Internet und Mobiltelefone.

Insgesamt wird die Fifa nach eigenen Angaben während der anstehenden WM in Südafrika 150 Mio. Dollar in die Produktion der TV-Bilder stecken. Dies umfasst auch das geplante Angebot für Mobiltelefone. Die Bilder fürs Handy sollen jedoch nicht einfach aus dem TV-Material gespeist werden, sagte Ericson: "Wir werden ein Live-Streaming fürs Handy anbieten, das heißt: eine Live-Berichterstattung der Spiele, abgestimmt auf kleine Bildschirme. Wenn man die Weitwinkel-Bilder fürs TV aufs Handy senden würde, würden die Zuschauer den Ball überhaupt nicht erkennen könne."

Der Service fürs Mobiltelefon soll für alle WM-Spiel zur Verfügung stehen. Für den afrikanischen Kontinent könnte, neben der TV-Berichterstattung, die Übertragung auf Handys bedeutender werden als die Übertragung im Internet. Während Mobiltelefone in Afrika weit verbreitet sind, haben nur wenige Zugang zum Internet.

Außerdem will die Fifa die Modernisierung in Sachen Bildqualität abschließen. So werden Fußball-Fans, die ein HD-fähiges Fernsehgerät (HD: high definition) besitzen, die gesamte Weltmeisterschaft in gestochen scharfer Bildqualität genießen können. "Bereits 2006 wurden alle Spiele in HD-Qualität produziert. Ein Teil des Bildmaterials außerhalb des Spielfelds jedoch nicht. Für diese WM planen wir das auch das gesamte Material abseits der Spiele in HD zu sehen sein wird."

Die Fifa rechnet zugleich für die WM-Endrunde mit keiner signifikanten Veränderung der weltweiten Zuschauerzahlen an den TV-Geräten. "2006 waren es 26,3 Milliarden Menschen in 214 Ländern. 2010 sollte es mehr oder weniger ähnlich sein", erklärte Ericson. "Wir erwarten Rekordzahlen in Afrika, wo es allgemein mehr Free-TV geben wird", sagte Ericson weiter: "Das Problem ist allerdings, dass für viele Länder keine geprüften Zahlen möglich sind, und deswegen sind genauere Prognosen schwierig." Ericson verwies außerdem darauf, dass durch das Aus für bevölkerungsreiche Staaten wie China, Indien und Indonesien mit ihren Potenzialen eine Steigerung nur schwer möglich sein könnte.

Die 26,4 Milliarden TV-Zuschauer bei den 64 WM-Spielen der WM-Endrunde vor drei Jahren in Deutschland bedeuteten allerdings keinen Rekord in der WM-Geschichte. Denn 2002 beim WM-Turnier in Südkorea und Japan verfolgten weltweit 100 Millionen Menschen mehr die Begegnungen an den Bildschirmen.

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