Fußball-WM 2011: Von Frauen für Frauen und goldene Zeiten

Fußball-WM 2011
Von Frauen für Frauen und goldene Zeiten

In 100 Tagen beginnt in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Dabei wollen die Spielerinnen von Bundestrainerin Silvia Neid gut aussehen. In jeder Beziehung. Mit ihrem neuen WM-Trikot sind sie schon mal ganz zufrieden.
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FrankfurtEs könnte der Modetrend des Sommers werden: goldfarbener Lippenstift. Die Dame auf der Leinwand im gut gefüllten Frankfurter Szene-Club „Cocoon“, von der nur die Mundpartie zu sehen ist, hat ihn dick aufgetragen, als sie auf die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen einstimmt. „Alle warten auf dich“, haucht die dunkle, fast verruchte Stimme über die Lautsprecher.

Am späten Donnerstagabend warten die 400 vom Deutschen Fußball- Bund (DFB) und dem WM-Organisationskomitee geladenen Gäste auf die Präsentation des Trikots, mit dem die deutsche Nationalmannschaft am 26. Juni im Berliner Olympiastadion in die Heim-WM startet. Vielmehr aber warten sie auf goldene Sommertage, auf WM-Gold - und feiern das an diesem Abend im „100 Nights Club“, den das WM-OK um seine Präsidentin Steffi Jones für diesen Abend eigens aus der Taufe gehoben hat, dass es nur noch 100 Nächte sind, bis das WM-Fieber hoffentlich wieder zurückkehrt nach Deutschland.

Und dann kommt das, was nicht nur für DFB-Team- und Fifa-Sponsor Adidas der eigentliche Höhepunkt des Abends ist: Die Vorstellung des Shirts, in denen der dritte Coup in Folge gelingen soll. Und von dem Designerin Annette Kres sagt: „Wir wollten nichts ins Auge stechendes, sondern die feminine Eleganz betonen.“ Der eine oder andere hat das Leibchen etwas figurbetonter erwartet. Doch vom Sex-sells-Ansatz keine Spur. Tailliert geschnitten ist das sehr dezent daher kommende, weiche, weiße Trikot durchaus, in dem Julia Simic von Frauen-Bundesligist FC Bayern München kurz nach 22 Uhr nach einem fast 50-minütigem Vorprogramm über den Laufsteg hüpft. Hauteng aber liegt es nicht an. „Wir müssen uns wohlfühlen, das zählt“, sagt Mittelfeldspielerin Kim Kulig. Was soll sie auch anderes sagen, sie und ihre Teamkameradinnen waren ja ganz intensiv mit einbezogen in die Entwicklung des Shirts.

Ein paar Marketingprofis hätten es sicher enger geformt. Die, die es tragen werden, sind mit dem luftigen Ergebnis höchst zufrieden. Und das ist es, was Markus Baumann, verantwortlich für das Fußball-Geschäft von Adidas in Europa, wichtig ist: „Die Performance des Trikots steht für uns im Mittelpunkt, nicht der Look“, sagt der Manager im Gespäch mit Handelsblatt Online im Brustton der Überzeugung - und verweist auf das atmungsaktive Material, das aufgrund eines hohen Elasthananteils weich und angenehm auf der Haut liegen soll. Eine Kompressionsvariante des Leibchens wie bei den Männern, gibt es folgerichtig nicht. „Dafür können die Spielerinnen bei Bedarf entsprechende Unterziehkleidung nutzen“, sagt er, als sei das eh nur Spielerei. Erstmals wurde das Shirt nicht aus der männergeprägten Fußball-Welt des Konzerns heraus, sondern federführend von der modisch geprägten Womans Unit designed. „Ein Trikot von Frauen für Frauen“, sagt Baumann stolz

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