Fußball WM
22 500 Fans feiern den Weltmeister beim Training

Die brasilianische Nationalmannschaft hat am Donnerstag ihr einziges öffentliches Training absolviert. Das Schaulaufen der "Selecao" zog 22 500 Zuschauer ins Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach.

Beim einzigen öffentlichen Training vor dem WM-Auftakt am Dienstag (21 Uhr) in Berlin gegen Kroatien hat die brasilianische Mannschaft auf dem Bieberer Berg in Offenbach 22 500 begeisterte Fans angezogen. Die Weltmeister, bei denen Superstar Ronaldo offiziell wegen leichten Fiebers fehlte, bedankten sich für die Unterstützung der Zuschauer mit zahlreichen Kabinettstückchen.

Um 16.56 Uhr betraten die Stars winkend den Platz. Den meisten Beifall gab es für Ronaldinho, der auch gleich das Publikum zu rhythmischen Klatsch-Einlagen animierte. Der "Weltfußballer des Jahres" vom Champions-League-Sieger FC Barcelona hatte im Laufe der Einheit allerdings auch eine Schrecksekunde zu überstehen: Nach einer Panne im Sicherheitsdienst konnte eine Person trotz massiver Abschirmung des Spielfeldes auf Ronaldinho zulaufen, sie entpuppte sich jedoch als 14 Jahre alter Bewunderer und verließ mit einem Autogramm seines Idols auf dem Fan-Trikot glücklich lächelnd wieder den Rasen.

Nach einem kurzen Ständchen für Cafu, der am Mittwoch 36 Jahre alt geworden war bat Trainer Carlos Alberto Parreira seine Spieler zur Freude der Besucher auch zu einem Trainingsspiel zwischen dem A-Team und den Reservisten, wobei Robinho in der ersten Elf Ronaldos Platz einnahm. Die Partie endete 2:2.

Ronaldos Abwesenheit tat der Stimmung beim Schaulaufen der "Selecao" insgesamt keinen Abbruch. Immerhin bestanden Zweifel an der offiziellen Begründung für die Pause des WM-Torschützenkönigs von 2002. Denn Brasiliens Verband CBF war nicht gerade glücklich gewesen über das vom Weltverband Fifa vorgeschriebene Pflichttraining vor Publikum.

Bei einer ersten Besichtigung des Stadions am Montag stolperte die Delegation durch zahlreiche Löcher. In beiden Torräumen musste bis Donnerstag sogar neuer Rollrasen verlegt werden. Noch 90 Minuten vor Trainingsbeginn wanderten Stadionmitarbeiter mit Sandschippen über das Grün.

Das befürchtete Chaos auf Anfahrtswegen und Rängen blieb unterdessen dank der vorher ausgegebenen Eintrittskarten aus. "Die Entscheidung mit den Freitickets war richtig", erklärte Geschäftsführer Jörg Hambückers vom "Gastgeber" Kickers Offenbach, der in seinem bestbesuchten Heimspiel der abgelaufenen Zweitliga-Saison gegen Energie Cottbus nur 16 739 Besucher zählte.

Den schwunghaften Handel mit den am Dienstag in Windeseile vergriffenen Tickets verurteilte Hambückers dagegen. "Das war nicht in unserem Sinne", meinte der Leiter der Kartenausgabe. Innerhalb von nur 120 Minuten war das Kontingent unter das Volk gebracht. Anschließend trieb der Schwarzmarkt wilde Blüten. Für 25 Euro wechselten die begehrten Freikarten noch am Vergabetag vor den Vorverkaufsstellen den Besitzer. In einem bekannten Internet-Auktionshaus wurden größtenteils 30 bis 75 Euro gefordert. Das allerdings nicht als seriös eingestufte Höchstgebot stand bei 1 100 Euro.

Am Freitag wird die "Selecao" wieder ungestört in der "Arena Zagallo" von Königstein trainieren. Im Vorbereitungscamp Weggis am Vierwaldstättersee waren noch je 5 000 Fans zu den 14 Übungseinheiten gepilgert. In der Schweiz hatte der freie Blick auf die Star-Kicker umgerechnet rund 13 Euro gekostet.

© SID

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