Fußball WM
Abbondanzieri ist Argentiniens Elfmeter-Trumph

Sollte Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien am kommenden Freitag ins Elfmeterschießen kommen, erwartet die DFB-Auswahl eine schwere Aufgabe. Roberto Abbondanzieri, Keeper der Gauchos, gilt als Elfmetertöter.

Die deutschen Fans sind sich sicher: Sollte die Mannschaft von Jürgen Klinsmann im Viertelfinale am kommenden Freitag (17.00 Uhr/live bei Premiere und ARD) gegen Argentinien ins Elfmeterschießen kommen, wird die DFB-Auswahl ins Halbfinale einziehen. Jens Lehmann und die deutsche Geschichte sprechen dafür. Der Keeper von Arsenal London hielt bereits viele Strafstöße, den letzten gegen Argentiniens Spielmacher Roman Riquelme im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Villarreal. Doch auch die "Gauchos" haben in Roberto Abbondanzieri einen wahren Elfmetertöter in ihren Reihen.

Abbondanzieri hält Weltpokal 2003 fest

Im Weltpokalfinale 2003 scheiterten die Milanisti Andrea Pirlo und Alessandro Costacurta an "Abbo", die Boca Juniors gewannen 3:1 im Elfmeterschießen. Ein Jahr darauf führte er seinen Klub fast im Alleingang ins Finale der Copa Libertadores, der Champions League Lateinamerikas. Auf dem Weg dahin hielt er drei Elfer, in der Runde der letzten Acht verwandelte er den entscheidenden. Auch im Finale scheiterten zwei Schützen an dem 33-Jährigen - doch Boca verlor 0:2.

"Mir wäre es schon lieber, wenn die Mannschaft das Spiel nach 90 Minuten entscheiden könnte", sagt Abbondanzieri mit Blick auf das Duell in Berlin: "Aber wenn es doch zum Elfmeterschießen kommt, bin ich bereit dazu." Argentinien hat wie Deutschland jedes seiner drei Elfmeterschießen bei Weltmeisterschaften gewonnen - und im Training wurde auch diese grausame Methode der Entscheidung geübt.

Heinze hilft im Tor aus

Abbondanzieri leistete sich dabei den Luxus, ein ums andere Mal Abwehrspieler Gabriel Heinze ins Tor zu lassen - auch eine Art von Selbstvertrauen. An den Qualitäten der "Ente", wie Abbondanzieri ob seiner früher oft unbeholfenen Ausflüge genannt wird, gibt es kaum mehr Zweifel. Diego Maradona nannte es "pervers", dass Trainer Jose Pekerman ihn zur Nummer eins machte. Doch auch der "Goldjunge" hat mittlerweile Abbitte geleistet und der spanische Erstligist Getafe will sich für die kommende Saison die Dienste des Keepers sichern.

Gegen Deutschland wird Südamerikas Torhüter des Jahres 2003 erst sein 27. Länderspiel bestreiten. Bei "Boca" stand Abbondanzieri lange im Schatten des Kolumbianers Oscar Cordoba, der bei den Siegen in der Copa Libertadores 2000 und 2001 der gefeierte Elfmetertöter war. Erst nach Verletzungen und dem späteren Wechsel Cordobas kam Abbondanzieri zum Zug. Er nutzte seine Chance und wurde am 6. Juni 2004 mit seinem Länderspieldebüt belohnt - im zarten Alter von 31.

Torwart-Coach Ubaldo Fillol, 1978 mit Argentinien Weltmeister, lobt Abbondanzieri als "nervenstark und auf der Linie herausragend". Pekerman verrät, dass er bei Abbondanzieri "immer ein sehr gutes Gefühl" habe. Die wichtigste Eigenschaft des Elfmeterkillers nennt aber Kapitän Juan Pablo Sorin: "Im entscheidenden Moment ist er da. Und das wird auch gegen Deutschland so sein."

© SID

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