Fußball WM
Alle zwölf WM-Stadien bestehen ersten WM-Test

Ausgelassene Stimmung und Fans in Feierlaune haben in allen zwölf WM-Stadien für ein positives erstes Fazit gesorgt. Schattenspiele auf dem Rasen und lange Wartezeiten rückten in den Hintergrund.

Der Start ist geglückt: Nach Abschluss der Premiere in allen zwölf WM-Stadien fällt die Resonanz bei Zuschauern, Spielern und Funktionären weitgehend positiv aus. Als unangenehm wurden bei den TV-Zuschauern die Schattenspiele auf dem Rasen von Frankfurt oder die langen Wartezeiten bei Einlasskontrollen in mehreren Arenen angeführt. Spieler kritisierten den rutschigen Rasen, die freien Zuschauerplätze in Leipzig sorgten für den größten Aufschrei. Alles in Schatten stellte jedoch das Lob für die Feierlaune in den Arenen.

"Die Atmosphäre ist super. Besser geht es nicht. Angefangen von der Eröffnungsfeier bis zum heutigen Spiel", urteilte OK-Präsident Franz Beckenbauer nach seinem Besuch am Montag in Hannover. Niederlandes Trainer Marco von Basten, der die alten deutschen Stadion noch vom EM-Triumph 1988 kennt, rühmte nach dem Spiel in Leipzig "die tolle Stimmung". Und Rafael van der Vaart konnte sogar seiner Reservisten-Rolle Positives abgewinnen: "Ein schickes Stadion. Man hat selbst auf der Bank ein gutes Gefühl."

Pekerman lobt "fantastische Stimmung"

Vergessen scheinen alle Querelen um die Kritik der Stiftung Warentest wegen angeblicher Sicherheitsmängel. Anerkennung hat Vorrang: "Hier ist die Stimmung einfach fantastisch", sagte Argentiniens Trainer Jose Pekerman nach dem 2:1-Sieg seiner Elf gegen die Elfenbeinküste in Hamburg. Polens Trainer Pawel Janas fand nach der 0:2-Pleite gegen Ecuador zumindest Gefallen an der Schalke-Arena: "So eine tolle Stimmung haben wir zu Hause nicht. Da merkt man halt, dass uns die entsprechenden Stadien fehlen."

Doch es gab auch Kritik. Vor den Eingangstoren kam es in mehreren Fällen zu Menschengedränge und leichten Tumulten. In Stuttgart beim Spiel Frankreich gegen die Schweiz (0:0) am Dienstag mussten 12 000 Menschen um den rechtzeitigen Einlass zittern, da die elektronische Kartenkontrolle ausgefallen war.

Schlangen in Berlin

In Berlin bildeten sich vor dem Spiel Brasilien gegen Kroatien (1:0) lange Personenschlangen und ein Gedränge mit mehreren tausend Fans. Noch 30 Minuten vor dem Anpfiff drohten Tumulte vor dem Südtor. Die S-Bahn fuhr wegen eines Stellwerkfehlers verspätet, die Züge waren hoffnungslos überfüllt. Bei der BVG, den Berliner Verkehrsbetrieben, hingegen verlief der Verkehr mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen reibungslos. "Wir haben für einen planmäßigen Hinverkehr gesorgt", erklärte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Einen Aufschrei lösten die sichtbaren Lücken auf den Leipziger Zuschauerrängen aus. Mehrere hundert Plätze waren beim Spiel Niederlande gegen Serbien und Montenegro frei geblieben. Die Angst, dass doch noch ähnliche Verhältnisse wie bei der Euro in Portugal 2004 mit leeren Rängen drohen könnten, griff sofort um sich.

Kein Brot mehr in München

Ein Versorgungsproblem gab es in München. Zur Pause gingen in der neuen Arena die alkoholfreien Getränke und das Brot aus. Keiner hatte mit so einer großen Nachfrage gerechnet. "So etwas passiert zu Beginn einer großen Veranstaltung. Es wurde aber schnell Nachschub besorgt", berichtet Peter Schließer, beim Organisationskomitee (OK) für die Stadien zuständig.

Für die Organisatoren von Fifa und OK spricht, dass Schwierigkeiten nicht ignoriert, sondern schnelle Lösungen gefunden werden. So wurde verfügt, dass die variablen Dächer in Gelsenkirchen und Frankfurt wegen der schlechten Sichtverhältnisse für die TV-Zuschauer bereits zu den Nachmittagsspielen geschlossen werden. "Durch den Wechsel von Licht können die Mill. Zuschauer am Fernsehen schlecht sehen. Deshalb wollen wir die Dächer schließen", hatte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler erklärt.

© SID

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