Fußball WM
Beckenbauer begeistert bei Besuch in Paris

Franz Beckenbauer ist auf Einladungstournee für die WM 2006 durch 31 Länder, die zwei Mill. Euro kosten wird. In Paris präsentierte der "Kaiser" dem WM-Teilnehmer ein neues sympathisches Bild von Deutschland.

"Zu Gast Bei Freunden" - Franz Beckenbauer ist auf seiner Einladungstournee durch 31 Länder in Frankreich angekommen und verblüffte die rund 150 geladenen Gästen bei der Präsentation der Weltmeisterschaft 2006 in Paris mit einem neuen Image Deutschlands. Der 50-jährige Michel Platini, der Mitglied im Fifa-Exekutivkommitees ist, lobte den "Kaiser" in den höchsten Tönen: "Ihr macht eine tolle Arbeit, und weil ich vor acht Jahren auch eine WM organisiert habe, weiß ich, wovon ich spreche. Eure Organisation ist perfekt, und wenn jetzt auch noch Humor dazu kommt, dann seit ihr fast französisch."

Humor: Das WM-OK - neben Beckenbauer vertreten durch Vizepräsident Wolfgang Niersbach und Berater Fedor Radmann - hatte einen Film vorbereitet, in dem die Stadt Hameln vorgestellt wurde, wo die Franzosen während der WM ihr Basislager aufschlagen werden. In dem Film zog dann der Rattenfänger durch die Straßen und spielte auf seiner Blockflöte die Marseillaise, die französische Nationalhymne.

Spezielles Willkommenspaket für jeden WM-Teilnehmer

Für jedes der 31 Länder, die Beckenbauer im Rahmen seiner Willkommens-Tournee besucht, werden solche, speziell auf das Land zugeschnittene, Beiträge vorbereitet. Zählt man die Reise- und Bewirtungskosten hinzu - in Paris gab es nach einem Champagnerempfang und der einstündigen Präsentation Hummer-Variationen, getrüffelte Gänseleber und Rindfleisch Winzerart - wird verständlich, dass sich die Kosten, um die 31 WM-Teilnehmer als "Gast bei Freunden" einzuladen, auf rund zwei Mill. Euro belaufen. Letzter Termin der Einladungstournee wird der 27. März in Australien sein. Der auf Grund der dortigen Staatstrauer ausgefallene Besuch in Serbien und Montenegro wird am 9. März nachgeholt.

Beckenbauer zollt Frankreich Respekt

Zwei Mill. Euro - das scheint viel Geld, und ist doch wenig angesichts der Verblüffung, die Beckenbauer zu produzieren versteht, indem er ein neues, ein anderes Deutschland präsentiert. Kein besserwisserisches, ein sympathisches. Beckenbauer in seiner Ansprache: "Wir haben während der Qualifikation lange mit Euch zittern müssen. Aber eine WM ohne Frankreich wäre für mich unvorstellbar gewesen. Ich glaube, wir hätten dann auf die Ausrichtung verzichtet."

Das war natürlich geflunkert, kam aber trotzdem gut an. Dieser augenzwinkernde Humor ist es, der nicht nur Platini verblüfft hat. Und positiv wurde von Weltmeister-Trainer Aime Jacquet und Verbandspräsident Jean Pierre Escalette auch registriert, mit welchem Respekt der französische Fußball behandelt wurde. Just Fontaine, mit seinen 13 Toren bei der WM 1958 (davon vier im Spiel um Platz drei gegen Deutschland) immer noch der erfolgreichste Torschütze aller Zeiten bei einer WM, erhielt eine Riesenausgabe des WM-Maskottchen Goleo - allerdings mit einem Trikot der Equipe Tricolore.

© SID

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