Fußball WM
Beckenbauer begrüßt frühe Torwart-Entscheidung

WM-OK-Chef Franz Beckenbauer hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann für seine vorzeitige Entscheidung in der Torwart-Frage gelobt. "Es ist gut, dass jetzt endlich Klarheit besteht", erklärte der "Kaiser".

Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist von WM-OK-Chef Franz Beckenbauer für seine vorzeitige Entscheidung in der heftig diskutierten Torwart-Frage bei der deutschen Nationalmannschaft gelobt worden. "Es ist gut, dass jetzt endlich für alle Beteiligten Klarheit besteht. Nachdem dieses Thema Gott sei Dank vom Tisch ist, können wir uns wieder auf den Fußball konzentrieren", sagte der Chef des WM-Organisationskomitees und Präsident des Rekordmeisters Bayern München der Bild-Zeitung. Am Freitag hatte sich Klinsmann für Jens Lehmann von Arsenal London als neue Nummer eins der Nationalelf und gegen Oliver Kahn von Bayern München entschieden.

"Für Kahn natürlich sehr bitter"

Mit der Entscheidung habe Klinsmann ohnehin viel zu lange gewartet, kritisierte Beckenbauer. "Man hätte sich vieles ersparen können, wenn man sich früher festgelegt hätte", sagte der "Kaiser" und fügte hinzu: "Für Oliver Kahn ist es natürlich sehr bitter. Denn die WM war eigentlich als Höhepunkt seiner Karriere geplant. Ob Jürgens Festlegung auf Jens Lehmann letztlich richtig oder falsch war, wird man erst nach der WM sehen."

Der ehemalige Nationalspieler Günter Netzer bezeichnete die Entscheidung pro Lehmann als "faustdicke Überraschung", die sich allerdings in den vergangenen Wochen abgezeichnet habe. Für den Fall, dass Kahn nicht zurücktritt und als Reservist an der WM teilnimmt, müsse Klinsmann klarstellen, dass sich Kahn kollegial verhält. "Das muss sichergestellt werden. Dieses Versprechen muss er Kahn abringen", sagte Netzer.

Matthäus übt scharfe Kritik

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus übte derweil harsche Kritik an Klinsmann und unterstellte ihm in einem Interview mit der Münchner Abendzeitung, seit seinem Amtsantritt nach der EM 2004 "mit Kahn ein ganz mieses Machtspiel" getrieben zu haben. "Das ist eine üble Klüngelei, die ihres Gleichen sucht. Klinsmann wollte und will immer alle Leute aus dem Weg räumen, die ihm nicht sympathisch oder unbequem sind", sagte der Weltmeister von 1990.

Wie Matthäus geht auch der ehemalige Nationaltorwart Uli Stein davon aus, dass Klinsmann den Entschluss für Lehmann und gegen Kahn von langer Hand geplant habe. "Dieser Plan war von Anfang an in seinem Kopf drin, das war keine spontane Geschichte", sagte Stein in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Bei der WM 1986 war er Ersatztorwart hinter Toni Schumacher und flog während des Turniers aus der Mannschaft, weil er Teamchef Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnet hatte. Wenn er nun an Kahns Stelle wäre, "würde ich sofort meinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären", sagte Stein.

© SID

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