Fußball WM: Beckenbauer schwärmt von "Welcome-Tour"

Fußball WM
Beckenbauer schwärmt von "Welcome-Tour"

Während seiner Willkommens-Tour durch die Teilnehmer-Länder der Fußball-WM kommt sich Franz Beckenbauer manchmal vor "wie ein Staatspräsident". Seine Weltreise sei bislang ein voller Erfolg gewesen.

Über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz verfügt Franz Beckenbauer nicht erst seit gestern. Dennoch haben die letzten Monate den "Kaiser" mit neuen Eindrücken geradezu überhäuft. 154 Tage vor Beginn der Fußball-WM in Deutschland hat Organisations-Chef Beckenbauer in Frankfurt an der Seite von IOC-Mitglied Thomas Bach das WM-Jahr 2006 mit launigen Geschichten von seiner Willkommens-Tour durch ferne Winkel der Erde offiziell eingeläutet.

"Wir sind Fußball-WM", formulierte Bach beim Neujahrs-Empfang des WM-Organisationskomitees (WM-OK) gleich zu Beginn einen neuen Slogan, während Beckenbauer in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in gewohnter Manier über seine "unglaubliche" Reise zu den afrikanischen WM-Teilnehmern vor Weihnachten parlierte: "Zum Beispiel Angola. Ich dachte, die hatten 30 Jahre Bürgerkrieg und würden deshalb WM-Tickets zu uns zurückschicken. Aber nix, die wollen alle noch mehr Karten. Das Gleiche gilt für Togo und die Elfenbeinküste. Wir sind mit einer unglaublichen Begeisterung in Afrika empfangen worden. Ich kam mir manchmal vor wie ein Staatspräsident", erklärte der "Kaiser".

Deutsche Charmeoffensive in der ganzen Welt

Gemeinsam mit OK-"Vize" Wolfgang Niersbach, der wie der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt über den Stand der Vorbereitungen informierte, reiste Beckenbauer bislang in die asiatischen sowie afrikanischen WM-Länder und besuchte auch schon einige europäische Teilnehmer-Nationen. Am 16. Januar düst der "Weltenbummler" gen Mittelamerika, wo Mexiko erste Station seiner bis WM-Beginn insgesamt 31 Länder umfassenden Einladungsreise ist. Einen Tag später ist Beckenbauer zu Gast bei Deutschlands erstem Vorrunden-Gegner Costa Rica.

Für Bach ist Beckenbauer ohnehin der momentan mit Abstand wichtigste Botschafter Deutschlands. "Das Echo auf die Einladungsreise ist auf der ganzen Welt geradezu euphorisch. Deutschland hat niemals eine solche außenpolitische Charmeoffensive gesehen. Ob von den Politikern der Länder oder den Menschen auf der Straße: die Reise wurde überall positiv aufgenommen", erklärte Bach.

Der Fecht-Olympiasieger von 1976 in Montreal erhofft sich von der WM zudem einen Antrieb für den "schlafenden Riesen" Deutschland: "Die Fußball-WM ist eine riesige Chance für unser Land. Es bietet sich die Chance, nicht nur ein guter Gastgeber zu sein, sondern auch ein Bild nach außen zu tragen, das wir uns von Deutschland wünschen. Die WM ist nach langer Zeit wieder ein Projekt in Deutschland, hinter dem sich das ganze Volk versammeln kann. In der Zeit des deutschen Jammerns können wir das gut gebrauchen."

Fußball als Mittel zur Versöhnung

Gejammert über die ständigen Zeitzonen-Wechsel und das anhaltende Leben aus dem Koffer hat Beckenbauer bislang freilich nicht. Bei einer TV-Präsentation am Rande des Empfangs wurde vielmehr deutlich, welche persönliche Bereicherung die bisherige Reisen für den Präsidenten des deutschen Meisters Bayern München darstellen. Fußballspielen mit Kindern im immer noch mit Landminen überzogenen Angola, Tänze mit den bunt gekleideten Stammeskindern Togos und zu guter Letzt ein "Kaiser" auf friedlicher Mission: "Mit dem Fußball haben wir sogar die verfeindeten Häuptlinge der Elfenbeinküste an einen Tisch bekommen. Da brodelt es, aber der Fußball bringt sie zusammen."

© SID

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