Fußball WM
Beckenbauer von "Green Goal"überzeugt

Das Umweltprogramm "Green Goal" hat WM-OK-Chef Franz Beckenbauer überzeugt: "Als es vor drei Jahren an uns angetragen wurde, waren wir zunächst nicht so begeistert. Aber rückblickend gesehen war es eine gute Idee."

Das Umweltprogramm "Green Goal" hat Franz Beckenbauer gänzlich überzeugt. Zwei Wochen vor Beginn der Fußball-WM stellte Beckenbauer der Aktion ein positives Zwischenzeugnis aus. "Als es vor drei Jahren an uns angetragen wurde, waren wir zunächst nicht so begeistert, weil wir nicht wussten, ob es etwas bringt. Aber rückblickend gesehen war es eine gute Idee", erklärte der Chef des Organisationskomitees (OK) bei einer Pressekonferenz zum ersten Umweltprogramm bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Klimaneutrale WM ist das Ziel

Das große Ziel des vom Öko-Institut und des Bundesumweltministeriums begleiteten Projekts ist, die WM zumindest in Deutschland klimaneutral zu gestalten. Dafür soll der während des Turniers zu erwartende zusätzliche Ausstoß von rund 100 000 Tonnen Kohlendioxid durch Klima-Projekte in anderen Ländern der Welt kompensiert werden.

So entstand im indischen Tamil Nadu für 500 000 Euro eine Biogasanlage, in der Kuhdung vergoren und das dadurch gewonnene Gas über Leitungen zu den Kochstellen an die Einwohner gebracht wird. "Es reicht nicht aus, nur gute Absichten zu haben. Es müssen auch Gelder fließen und Projekte angepackt werden", sagte "Green Goal"-Botschafter Klaus Töpfer. Der Exekutivdirektor des Umwelt-Programms der Vereinten Nationen (Unep) war im vergangenen Jahr vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) ins Boot geholt worden.

Neben der Emissions-Kompensierung hat sich "Green Goal" zum Ziel gesetzt, jeweils 20 Prozent weniger Abfall und Energiekosten zu produzieren sowie Wasser zu verbrauchen als bei sonstigen Großereignissen. Dafür wurden unter anderem die WM-Stadien in Dortmund, Kaiserslautern und Nürnberg mit Solaranlagen ausgestattet, während in Berlin die größte Regenwasserzisterne (1 400 Kubikmeter) europäischer Stadien entstand.

50 Prozent der Fans sollen mit Bussen und Bahnen anreisen

Eine weitere Maßnahme, um die Belastungen zu minimieren, ist das bei Bundesligaspielen in den WM-Städten längst eingesetzte Kombi-Ticket. Damit dürfen die Inhaber einer WM-Eintrittskarte an Spieltagen kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet reisen. "Ziel ist es, dass etwa 50 Prozent der Fans mit Bussen und Bahnen das Stadion ansteuern", sagte Töpfer.

Auch der Weltverband Fifa sei nach anfänglicher Skepsis angetan von der Aktion. "Die Fifa hat Gefallen daran gefunden und wird diese Aktion auch für die WM 2010 in Südafrika verfolgen", sagte Beckenbauer.

Die Hauptkosten für das Projekt trägt das OK, aber auch der Deutsche Fußball-Bund (500 000 Euro), die Fifa (400 000) und die Sponsoren der WM beteiligten sich mit finanziellen Hilfen.

© SID

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