Fußball-WM
Berliner WM-Rasen in Acryl

Die Fußball-WM ist vorbei, viele Fans möchten jedoch ein Andenken an das Fußballfest haben. WM-Städte, Organisationskomitee und offizielle Partner profitieren davon, indem sie vom „heiligen Rasen“ in Stücken bis hin zum Klinsmann-Auto so ziemlich alles verkaufen. Erwehren müssen sich die Offiziellen dabei krimineller Trittbrettfahrer.

BERLIN. Viele Städte, in denen WM-Spiele ausgetragen wurden, haben Fahnen und Banner mit offiziellem Fifa-Logo schon verkauft oder bereiten es vor. Die Kommunen bekamen die Souvenirs vom WM-Organisationskomitee geschenkt - als Dank für den Aufwand, den die Städte mit dem Auf- und Abhängen hatten.

Allein die Verantwortlichen in Stuttgart versteigerten an einem Tag rund 800 Artikel. Von Fahnen und Banner mit Aufdruck der Fifa-Welle über Wegweiser bis hin zu Sitzkissen in Ballform war alles zu haben. 90 Prozent der Stücke zeigten das offizielle Fifa-Design. „Die Idee, Fahnen und Banner zu verkaufen, kam uns während der WM“, erzählt Hilke Langer von der Stuttgarter Marketinggesellschaft. „Viele Gäste haben uns gefragt ob sie die Fahnen und Poster auch als Souvenir kaufen könnten. Dann wurden auch noch Fahnen und Banner gemopst." Die „Mopserei“ ging in Stuttgart soweit, dass ein Fahnenmast umgelegt wurde, um an die begehrte Fifa-Fahne zu gelangen.

„Rund 10 000 Euro sind bei der Versteigerung zusammengekommen, die Preise fingen bei zehn Euro an, das Höchstgebot lag bei 550 Euro“, berichtet Langer. Diese Summe wurde für ein zehn mal zehn Meter großes Plakat gezahlt, das an dem Mannschaftshotel hing, in dem die deutsche Auswahl während des „kleinen Finales“ in Stuttgart wohnte. Der Erlös der Auktion kommt der „Aktion Herzenssache“ zugute. Auch viele andere Städte spenden das Geld, das durch den Verkauf der Fan-Artikel eingenommen wird.

Stadion-Inventar kommt unter den Hammer

Bald wird ein hoffnungsvolles Fußballtalent die Chance haben, in die Schuhe von Bastian Schweinsteiger hineinzuwachsen: Das Auktionshaus Dechow wird die Treter bei einer von sechs Auktionen versteigern, bei denen Inventar der 12 WM-Stadien und noch einiges mehr unter den Hammer kommt. „Bereits vor der WM haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was später mit dem Inventar passieren soll“, sagt Stefan Hans, Abteilungsleiter für Finanzen und Logistik beim Organisationskomitee. Zur Wahl gestanden habe neben dem Verkauf auch das Shreddern der Gegenstände. Geld bringen die Auktionen dem Ok zwar genausowenig - im Gegenteil: Der Erlös geht an gemeinnützige Stiftungen, die WM-Organisatoren müssen aber das Lagern und den Transport bezahlen.

Die OK-Verantwortlichen votierten nach Hans' Worten dennoch für die Auktion, um die Fans nachträglich an der WM teilhaben zu lassen. „Neben dem reinen Inventar wollten wir den Menschen auch emotionale Gegenstände bieten und sind deshalb an die Nationalmannschaft herangetreten mit der Bitte nach besondern Artikeln aus ihrem Besitz“, erklärt Hans. Highlights sind der WM-Trainingsanzug von Jürgen Klinsmann, eine signierte Krawatte von Franz Beckenbauer sowie ein Trikot mit den Autogrammen der Nationalmannschaft. Günstig sind die Artikel nicht, schon jetzt liegen Vorgebote, » die Fans über das Internet abgeben können, bei mehreren hundert Euro.

Teuer wird auch das Podest, auf dem der WM-Pokal stand und auf dem die Stollen-Abdrücke italienischer Spieler zu sehen sind: Bei 500 Euro steigt der Auktinator ein. Das kostspieligste Objekt wird nach Einschätzung von Dechow-Auktionator Holger Reichmann das WM-Siegerpodest sein: „Ich denke, dass wir bei dem Stück den Richtwert bei 2 000 Euro ansetzen.“ Auch Kleinigkeiten wie Infotafeln, Fahnen und Banner gehören zum Auktionslot und gehen mit Schätzpreisen von 10 bis 100 Euro an den Start.

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