Fußball WM
Beschwerden über WM-Rasen halten an

Die Kritik über den Zustand des WM-Rasens geht weiter. "Solch ein Spielfeld ist schlecht für den Fußball", meinte Niederlande-Coach Marco van Basten nach dem 1:0-Sieg seines Teams gegen Serbien und Montenegro.

Die Kritik am WM-Grün nimmt weiter zu, das WM-Organisationskomitee bleibt dennoch gelassen. "Uns liegt noch keine offizielle Beschwerde vor", erklärte Sprecher Gerd Graus auf der täglichen Fifa-Pressekonferenz und fuhr fort: "Unsere Rasenexperten versichern uns, dass die Spielfläche in optimalem Zustand ist. Außerdem müssen wir uns an die Regularien der Fifa halten."

Diese sehen unter anderem vor, dass das Wässern des Rasens fünf Stunden vor Anpfiff eingestellt werden muss. Ob angesichts der herrschenden Hitze diese Frist verkürzt werden kann, müsste das WM-Organisationskomitee der Fifa entscheiden.

"Solch ein Spielfeld ist schlecht für den Fußball"

Die Niederländer haben in der Öffentlichkeit bereits gefordert, den Rasen bis kurz vor Anpfiff zu wässern. "Solch ein Spielfeld ist schlecht für den Fußball, besonders für die angreifende Mannschaft", sagte Trainer Marco van Basten im Trainingsquartier in Hinterzarten zwei Tage nach dem 1:0-Sieg im ersten Spiel der Gruppe C gegen Serbien-Montenegro in Leipzig.

Der Ball blieb hängen

"Der Rasen war daran Schuld, dass sich unsere schnellen Stürmer nicht durchsetzen konnten. Der Ball blieb immer hängen", fand Frankreichs Trainer Raymond Domenech nach dem torlosen Remis seiner Mannschaft am Dienstag gegen die Schweiz in Stuttgart ähnlich drastische Worte.

Sein Schweizer Amtskollege Jakob Köbi Kuhn stimmte ihm zu, indem er meinte: "`Der Rasen wird bei dieser Hitze sehr schnell stumpf. Er wurde zwar gewässert, aber das nützte nicht mehr viel. Der Ball machte manchmal komische Sachen. Es war für die angreifende Mannschaft sicher kein Vorteil. So gesehen war der Rasen eher ein Nachteil für Frankreich."

Engelbert Lehmacher aus dem eigens für die WM eingerichteten und so genannten Rasenkompetenzteam räumte derweil ein, dass die Kritik der Spieler nicht völlig aus der Luft gegriffen sei. "Es ist sicherlich so, dass der Rasen noch nicht so gut angewachsen ist. Dass wir wettermäßig von einem Extrem ins andere fallen, macht die Sache nicht einfacher", sagte er gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

"Beschaffenheit der Plätze ändert sich täglich"

Dadurch müsse auch ein Kompromiss zwischen den Ansprüchen des Rasens und denen der Spieler geschlossen werden. Ein Wässern der Plätze in der Mittagshitze würde die Lage nur verschlechtern. "Die Mannschaften müssen sich mit ihrem Schuhwerk an die Gegebenheiten anpassen", sagte Lehmacher. Dennoch haben sich die Rasenexperten zu einer ersten Maßnahme entschieden, um die Standfestigkeit der Akteure zu erhöhen. Die Rasenflächen werden nun "mit Sand leicht abgepudert", wie der Fachmann erklärte, glaubt aber auch: "Wir können eigentlich nur alles falsch machen, denn die Beschaffenheit der Plätze ändert sich täglich."

Das dürfte besonders in den kommenden Tagen gelten. Die Meteorologen gehen von einem landesweit einsetzenden leichten Temperaturrückgang aus. Zudem sind Gewitterschauer vorhergesagt.

© SID

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