Fußball WM
"Beste Selecao der Welt" will Fans versöhnen

Nach dem 3:0 in Chile will die "Selecao" nun im Heimspiel gegen Bolivien den nächsten Schritt in der WM-Qualifikation machen. Argentinien spielt gegen den Tabellensiebten Peru.

Die Warnung für die südamerikanische Konkurrenz stand in großen Lettern auf der Taktiktafel in den Katakomben des Nationalstadions von Chile. "Die beste Selecao der Welt muss man achten", hatte Brasiliens Stürmerstar Robinho nach dem 3:0-Sieg des Rekordweltmeisters als Botschaft auf Spanisch hinterlassen. Brasilien ist wieder da, und der bei den Fans verlorene Kredit soll mit einer Gala gegen Bolivien in Rio de Janeiro (Do., 2.50 Uhr Mesz) endgültig zurückgewonnen werden.

Paraguay gewinnt 2:0 gegen Venezuela

Der fünfmalige Weltmeister (12 Punkte) könnte mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten nach acht Spieltagen der WM-Qualifikation den zweiten Platz verteidigen. Paraguay (17) bleibt nach dem 2:0 am Dienstag gegen Venezuela (7) Tabellenführer.

Das mit der "Selecao" punktgleiche Argentinien will im Duell beim Tabellensiebten Peru dem Spitzenduo auf den Fersen bleiben. Hinter Südamerikas Großmächten streiten sich Uruguay (11) gegen Ecuador (8) und Chile (10) gegen Kolumbien (10) in direkten Duellen um eines der vier Tickets nach Südafrika sowie den zur Relegation gegen den Concacaf-Vertreter berechtigenden Platz fünf.

Auch wenn vor dem Spiel im für die Pan-Amerika-Spiele 2007 erbauten Engenhao-Stadion eher über die Höhe des Sieges spekuliert wird, fehlt es bei den Brasilianern nicht an warnenden Stimmen. "Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und mit gleichem Willen wie am Sonntag zu Werke gehen", forderte der Münchner Lucio, der wieder mit Wolfsburgs Josue und Diego von Werder Bremen in der Anfangself steht.

"Ich sorge mich nicht um meine Anstellung, sondern um meine Arbeit."

Trainer Dunga verbat seinen Spielern gar, das Wort Schlusslicht in den Mund zu nehmen. Nachdem die Kritikerstimmen an Gewicht verloren haben, bekannte der 44-Jährige schon wieder gelassen: "Ich sorge mich nicht um meine Anstellung, sondern um meine Arbeit. Wenn man nur nach dem Job schielt, wird man über kurz oder lang entlassen."

Nach dem guten Saisonstart mit drei Erfolgen ist das Krisengerede nun zu den seit vier Spielen sieglosen Argentiniern gewechselt. In Peru, das am Samstag mit dem 1:0 gegen Venezuela seinen ersten "Eliminatorias"-Sieg eingefahren hatte, fehlen der verletzte Torhüter Roberto Abbondanzieri sowie die gesperrten England-Legionäre Javier Mascherano und Carlos Tevez.

Basile vermisst einen Torjäger

Doch wirklich vermisst wird von Trainer Alfio Basilie ein echter Torjäger. Weder Tevez noch Lionel Messi noch Sergio Agüero, der beim 1:1 gegen Paraguay für den Ausgleich sorgte, haben den Killerinstinkt wie einst Gabriel Batistuta. Zudem ist Juan Riquelme als Herz der Offensive schon länger außer Form.

Und so macht sich bei Peru, das zuletzt 1985 in Lima gegen die "Gauchos" gewann, Zuversicht breit. "Messi ist kein Gott", erklärte der Schalker Carlos Zambrano, der dem Star des FC Barcelona 90 Minuten lang das Leben schwer machen will. Südamerikas Giganten haben an Schrecken verloren.

© SID

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