Fußball WM
Bierhoff will mehr Handlungsmöglichkeiten

Der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, hat als Voraussetzung für eine Vertragsverlängerung mehr Entscheidungsgewalt gefordert. Außerdem fordert der 37-Jährige ein "personenunabhängiges System".

Die Vertragsverlängerung von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist doch noch nicht in trockenen Tüchern. Der frühere DFB-Kapitän, der seit Sommer 2004 im Amt ist und bis 2006 beim DFB unter Vertrag steht, fordert deutlich mehr Kompetenzen. "Wenn ich für das Nationalteam verantwortlich bin, brauche ich eine gewisse Entscheidungsgewalt. Wenn ich aber die Entscheidung gar nicht treffe, kann ich auch nicht daran gemessen werden", sagte der 37-Jährige im Interview mit dem Fachmagazin kicker.

"Auch Klinsmann muss ersetzbar sein"

Bierhoff fordert unter anderem vom Verband ein "personenunabhängiges System": "Jeder muss ersetzbar sein, auch Jürgen Klinsmann. Natürlich wünschen wir uns alle, dass Jürgen verlängert. Aber selbst wenn er nicht weitermachen sollte, muss der Verband seine sportliche Entwicklung weiter vorantreiben. In Matthias Sammer und mir hätte der DFB ja zwei Konstanten - wenn ich verlängern würde."

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erklärte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid): "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Alles, was Bierhoff geäußert hat, ist zwischen ihm und mir im Zuge der Gespräche über eine Vertragsverlängerung angesprochen worden."

Bierhoff möchte Sitz im DFB-Präsidium

Bierhoff strebt zudem einen Sitz im DFB-Präsidium an: "Die sportliche Leitung braucht größere Nähe zum Präsidium, dafür ist eine Stimme im Präsidium wichtig. Dazu bedarf es einer Satzungsänderung. Wenn man Vertrauen zu jemanden hat, kann man beruhigt gewisse Kompetenzen zuteilen, um schnelleres Handeln zu ermöglichen und ihre Position zu stärken. Wenn man nichts entscheiden kann, hat man nicht die entsprechende Bedeutung und Ernsthaftigkeit nach außen."

DFB-Boss Dr. Zwanziger steht diesem Wunsch aufgeschlossen gegenüber: "Einbindung ist mir von je her lieber als Ausgrenzung. Die Nationalmannschaft ist für den DFB sehr wichtig. Daher werden wir dieses Thema in aller Sachlichkeit im Präsidium diskutieren. Ohnehin laufen derzeit die Verhandlungen über eine Strukturreform. wo solche Vorschläge eingebracht werden können. Darüber muss dann abgestimmt werden, und wir müssen dann das demokratische Abstimmungsergebnis akzeptieren."

© SID

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