Fußball WM
Brasilien erhält Zuschlag für WM-Endrunde 2014

Die Fifa hat Brasilien am Dienstag den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2014 erteilt. Im Land des Rekordweltmeisters findet nach 64 Jahren somit die zweite WM-Endrunde statt.

Brasilien hat den Zuschlag für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2014 erhalten. 64 Jahre nach der bisher einzigen WM im Land des Rekordweltmeisters werden die Brasilianer somit zum zweiten Mal eine Endrunde ausrichten. Das Exekutivkomitee des Weltverbands Fifa vergab am Dienstag in Zürich die Endrunde 2014 erwartungsgemäß an die Südamerikaner, die als einziger Bewerber angetreten waren. Allerdings hat die Fifa aus der konkurrenzlosen Bewerbung Brasiliens bereits die Konsequenzen gezogen und das Rotationsprinzip unter den sechs Konföderationen wieder abgeschafft.

Die Vergabe der 20. Endrunde an Brasilien war reine Formsache, da der Verband CBF nach dem Rückzug von Kolumbien im April keinen Gegenkandidaten fürchten musste, alle Fristen der Fifa eingehalten hatte und zudem grünes Licht von der Inspektorengruppe bekam.

Entsprechend zuversichtlich war CBF-Präsident Ricardo Teixeira, der in Zürich von Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva, Nationaltrainer Dunga, Autor Paulo Coelho sowie Ex-Star Romario unterstützt wurde, schon vor der Entscheidung. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", erklärte der ehemalige Schwiegersohn und Zögling des Fifa-Ehrenpräsidenten Joao Havelange.

"Kein einziges Stadion WM-tauglich"

Zuvor hatte die vom US-Amerikaner Hugo Salcedo angeführte Fifa-Inspektorengruppe nach ihrer Stippvisite Ende August im Abschlussbericht festgehalten: "Für uns besteht kein Zweifel, dass Brasilien seinen Zusagen im Bewerbungsdossier nachkommen wird." Der 27-seitige Erfahrungsbericht nach dem Besuch von fünf Städten und dem Treffen mit 13 weiteren Kandidaten in Rio de Janeiro zeigt aber auch Probleme auf, die in den verbleibenden sieben Jahren angegangen werden müssen. In Brasilien sei derzeit "kein einziges Stadion WM-tauglich". Besonders Rios Fußballtempel Maracana erfülle nicht die strengen WM-Anforderungen.

Die jüngst für die Pan-Amerikanischen Spiele renovierte Arena soll wie bei der Endrunde 1950 mit dem finalen Trauma gegen Uruguay (1:2) eine Schlüsselrolle einnehmen. Insgesamt legten 14 Städte für ihre Stadien Modernisierungspläne vor. Lediglich Maceio, Natal, Recife und Salvador gehen mit Neubauten ins Rennen um die noch festzulegenden acht bis zehn Austragungsstätten.

765 Mill. Euro für Stadion-Umbauten kalkuliert

Der CBF kalkuliert für die Stadien Ausgaben in Höhe von umgerechnet 765 Mill. Euro - eine Summe, die laut Fifa-Inspektoren mit Vorsicht zu genießen sei. Die zwölf deutschen WM-Arenen hatten schließlich doppelt so hohe Kosten verursacht.

Bei Verkehr, Medien/Telekommunikation, Sicherheit oder medizinische Einrichtungen sehen die Inspektoren Brasilien auf einem guten Weg, raten der Fifa aber zu einer ständigen Kontrolle vor Ort. In einem Land, in dem Korruption alltägliches Geschäft ist, bedarf es zudem einem wachsamen Auge auf den Einsatz öffentlicher Gelder. Schließlich ist die angestrebte Finanzierung zu 90 Prozent durch private Mittel längst nicht garantiert.

Hotelsituation bereitet Inspektorengruppe Sorgen

Sorgen bereitet der Inspektionsgruppe allerdings die Hotelsituation. Zum Stichtag 31. Juli waren erst rund 25 000 der geforderten 55 000 Hotelzimmer für die Fifa garantiert. Vor allem in Rio de Janeiro und Sao Paulo, wo Eröffnungs- oder Endspiel sowie der Fifa-Kongress stattfinden sollen und das Medienzentrum errichtet wird, ist in diesem Bereich ein großes Manko zu verzeichnen.

Einigen Städten in der Provinz wird nicht zugetraut, die Anforderungen an die Unterbringungs-Kapazitäten zu erfüllen, doch haben alle Bewerberstädte "gute Flughäfen", so dass Hin- und Rückflug am Spieltag gewährleistet seien.

Von 3,7 Mill. Tickets sollen drei Mill. in den freien Verkauf gehen. Die Rechte am Ticketverkauf werden weitgehend an die Fifa und ihre Organisationseinheit Match abgetreten. Das Problem ist wie in Südafrika, dass viele Tickets "unter Marktwert" verkauft werden müssen, um die Stadien zu füllen und ein grauer Markt verhindert werden soll.

© SID

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