Fußball WM
Brasilien in der WM-"Quali" unter Druck

Brasilien hat in der WM-Qualifikation in drei Spielen noch nicht verloren, aber auch nur einmal gewonnen. Nationaltrainer Carlos Dunga bleibt vor der Partie gegen Uruguay heute Nacht aber trotz der "Krise" gelassen.

Schon nach dem dritten Spieltag der Südamerika-Qualifikation zur WM 2010 schlittert Rekord-Weltmeister Brasilien unter Nationalcoach Dunga in eine "Mini-Krise". Der im Juli gekürte Copa-America-Sieger braucht gegen Uruguay (Donnerstagmorgen, 00.45 Uhr MEZ/live bei Premiere) nach nur einem Sieg und zwei Unentschieden unbedingt ein Erfolgserlebnis. Ansonsten droht bis zur Fortsetzung der Eliminatorias in sieben Monaten der Fall aus den ersten vier Rängen, die auf direktem Weg zur Endrunde nach Südafrika führen.

Grund genug für Nationaltrainer Dunga, die Dinge zurechtzurücken. "Mich interessiert nur die Qualifikation und nicht der Tabellenrang, auf dem wir am Ende landen", meint der 44-Jährige und erinnert: "Vor der WM 2002 sind wir hier Dritter geworden und haben dann den Titel geholt."

Letzter Sieg gegen die "Urus" vor acht Jahren

Von Interesse dürfte für den Tabellendritten da schon eher die jüngste Bilanz gegen die "Urus", derzeit Fünfter mit vier Zählern, sein. Zwar warf die Dunga-Truppe den Erzrivalen bei der Copa America nach Elfmeterschießen im Halbfinale raus, doch das Remis nach 90 Minuten war eines von fünf in den letzten sechs Duellen. Der letzte Selecao-Sieg liegt gar acht Jahre zurück.

Nach den enttäuschenden Auftritten in Kolumbien (0:0) und am Sonntag in Peru (1:1) will der fünfmalige Weltmeister gegen den WM-Champion von 1930 und 1950 an die 5:0-Gala gegen Ecuador vor einem Monat in Rio de Janeiro anknüpfen. "Hier in Brasilien müssen wir gewinnen", sagt Real-Madrid-Star Robinho, der in Lima wie der beim Rivalen FC Barcelona tätige Ronaldinho nur Mitläufer war.

Nur Kaka ohne Formschwankungen

Ohne Ausschläge nach unten agiert aus Brasiliens Star-Trio derzeit nur Kaka vom AC Mailand. Der Favorit auf die Fifa-Auszeichnung als Weltfußballer des Jahres ist mit neun Treffern Toptorjäger in der Ära Dunga. Vier Jahre nach seinem Wechsel vom FC Sao Paulo nach Milan freut sich der Mädchenschwarm auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. "Hier im Nationaltrikot zu spielen, ist die Verwirklichung eines Kindheitstraums", gibt der 25-Jährige zu.

Kaka weiß aber auch um die hohen Ansprüche der Fans im mit 68 500 Zuschauern ausverkauften Morumbi-Stadion. So erlebte Dunga 1993 als Spieler mit, wie die Selecao trotz eines 2:0 gegen Ecuador gnadenlos ausgepfiffen wurde. Und 2000 gegen Kolumbien (1:0) "regnete" es nach einer schwachen Vorstellung völlig unpatriotisch zuvor ausgeteilte Brasilien-Fähnchen aufs Spielfeld.

Dennoch hoffen gleich 13 Spieler aus dem aktuellen Kader, die wie Kaka bei Vereinen aus Sao Paulo groß geworden sind, auf volle Unterstützung. Darunter der Bremer Diego (FC Santos), der Wolfsburger Josue sowie der Berliner Mineiro (beide FC Sao Paulo), der neben Klubkollege Gilberto beim Anpfiff einziger Bundesliga-Spieler auf dem Rasen sein wird. Denn für den gelbgesperrten Münchner Lucio wird wohl Alex vom englischen Premier-Ligisten FC Chelsea den Vorzug gegenüber dem Bremer Naldo erhalten.

Valdez für Paraguay am Ball

Deutschlands Fußball-Oberhaus ist heute auch in Santiago de Chile vertreten. Zwar fehlt der Leverkusener Arturo Vidal den Chilenen (6. Platz/4 Punkte) wegen einer Gelbsperre, dagegen hofft Paraguay (2./7) auf Tore des schon zweimal treffsicheren Dortmunders Nelson Valdez. Beim Gastspiel in Quito gegen das punktlose Schlusslicht Ecuador muss Peru (8./2) auf den Hamburger Paolo Guerrero wegen einer Magenverstimmung verzichten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%