Fußball WM
Der WM-Rasen ist eine Wissenschaft für sich

Die Rasenpflege in den WM-Stadien ist eine Wissenschaft für sich. Um in allen Arenen gleiche Bedingungen vorzufinden, leitet ein 24-seitiges Handbuch die "Greenkeeper" zum optimalen Umgang mit dem Grün an.

Noch am Samstag wurde der Rasen in der Münchner WM-Arena mit Weißbier und rot-weißem Konfetti bedeckt. Bereits am Montagmorgen schälten und frästen Spezialmaschinen das ramponierte Grün in jenem Stadion ab, wo am 9. Juni um 18 Uhr das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft zwischen Gastgeber Deutschland und Costa Rica angepfiffen wird. Bis Mitte der Woche soll der neue grüne Teppich liegen und wachsen.

Eile ist geboten, wie auch auf den übrigen sechs WM-Bühnen, auf denen noch am Samstag um Bundesliga-Punkte gekämpft wurde. "Denn jedes Team soll in jedem der zwölf WM-Stadien einen absolut gleichwertigen Rasen vorfinden. Es soll keinerlei Wettbewerbsverzerrung geben. Diese Qualität sicherzustellen, das ist eine Wissenschaft für sich", sagt Thomas Roth von der Kölner Sportstätten Gmbh.

Aufzuchtplan ist generalstabsmäßig organisiert

Der studierte Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer ist normalerweise für den Untergrund bei den Heimspielen des 1. FC Köln verantwortlich. Im Vorfeld der WM ist der 33-Jährige zusammen mit den "Greenkeepern" der anderen WM-Stadien zuständig für den wissenschaftlich und generalstabsmäßig organisierten Aufzuchtplan des grünen Teppichs.

Neben München und Köln steht der Rasenwechsel auch in Hannover, Frankfurt/Main, Hamburg, Nürnberg und Gelsenkirchen unmittelbar bevor oder ist schon angelaufen. In den WM-Stadien in Dortmund, Berlin und Kaiserslautern sind die Vorbereitungen der Spielfelder bereits in der vergangenen Woche angelaufen. Mitte vergangener Woche haben auch die Arbeiten in Stuttgart und Leipzig begonnen.

Erst am kommenden Donnerstag und Freitag wird in Abstimmung mit den Lieferfirmen in Frankfurt und Schalke mit der Verlegung der Rasenrollen von rund 1,50m Breite und zwölf bis 15 Metern Länge begonnen. Am Sonntag verteilten die Schalker anlässlich einer Fete zum Saisonausklang 9 000 Rasenstücke der Größe 30x40 Zentimeter an die Fans und kamen somit zumindest teilweise der Schälmaschine bevor.

Auf 24 Seiten wird die Rasenpflege vorgeschrieben

Das neue Geläuf, das per Lastwagen aus Hessen oder den Niederlanden anrollen wird, soll weltmeisterliche Qualität haben. Eine Mischung aus 25 Prozent Weidelgras (Lolium perenne) und 75 Prozent Wiesenrispe (Poa pratensis) wurde von den Rasenexperten als Nonplusultra ausgewählt. Welch hohen Stellenwert der Untergrund hat, beweist ein 24 Seiten starkes Handbuch. Vom Mähen im vorgeschriebenen Schnittmuster über die Beregnung bis hin zur Düngeprozedur ist alles bis ins kleinste Detail vorgegeben, damit Ronaldinho, Ballack und Co. auf optimalem Untergrund passen und dribbeln können.

Bei den WM-Spielen dürfen die Halme nicht höher sein als 28 Millimeter. Der Weltverband Fifa lässt für das Schnittmuster zwei Varianten zu: parallele Längs- oder Querstreifen. Allerdings scheint sich der Querstreifen bei den "Greenkeepern" durchzusetzen, um den Schiedsrichtern ihre Arbeit - vorwiegend bei Abseitsentscheidungen - zu erleichtern.

© SID

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