Fußball WM
Deutsches WM-OK löst sich nach der WM auf

Noch vier Wochen und dann wird sich das deutsche Organisationkomitee (OK) nach der WM auflösen. Für einige Mitarbeiter sind die Weichen nach der WM schon gestellt, nur Franz Beckenbauer hüllt sich noch in Schweigen.

Nach fünf gemeinsamen Jahren wird sich das vierköpfige Präsidium des deutschen Organisationskomitees (OK) für die Fußball-WM in Deutschland in vier Wochen auflösen. Franz Beckenbauer und Co. werden dann ihre Zukunft unabhängig von einander gestalten. Während die Vizepräsidenten schon ein ziemlich klares Bild von ihrer beruflichen Zukunft haben, lässt der "Kaiser" sich derzeit noch ein wenig bitten. Im Moment steht bei dem 60-Jährigen eine Mitgliedschaft im Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa offenbar am höchsten im Kurs.

"Eine Mitgliedschaft im Exekutiv-Komitee der Fifa ist eine interessante Herausforderung. Das Fifa-Exekutivkomitee ist das höchste Entscheidungsgremium, das es im Fußball gibt. Natürlich gäbe es dem deutschen Fußball ein Gewicht, wenn da ein deutscher Vertreter drin wäre", erklärte Beckenbauer. Bis 2007 wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) allerdings noch durch Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder im Exko der Fifa vertreten.

Fifa-Boss Joseph S. Blatter scheint das Interesse Beckenbauers an einem Posten in der Exko offenbar nicht ganz geheuer. "Man sollte niemand aus einem Amt hinauswerfen, solange er es ausüben kann. Ich habe Mayer-Vorfelder jetzt erst nach seiner Operation getroffen. Er ist wieder lebendig, sein Geist ist schnell wie immer. Man sollte ihn nicht drängen, etwas abzugeben, was er nicht von sich aus will," sagte Blatter.

Niersbach löst Schmidt als DFB-Generalsekretär ab

Während Beckenbauer möglicherweise ein Jahr "auf Eis" liegen könnte, sind bei seinem engsten Vertrauten im OK, Wolfgang Niersbach, die Weichen auf einen weiteren Karrieresprung längst gestellt. Der 55-Jährige wird Nachfolger von Ticket-Experte Horst R. Schmidt als DFB-Generalsekretär. Der frühere Fußball-Chef des Sport-Informations-Dienstes (sid) kehrt damit wieder zum DFB zurück, wo er von 1988 bis 2001 als Pressechef einen WM- (1990) und einen EM-Titel (1996) miterleben durfte. "Das kann so kommen. Die Entscheidung fällt nach der WM. Da gibt es aber noch keinen offiziellen Beschluss", sagte Niersbach.

Doch die Rückkehr des 55-Jährigen zum Verband ist bereits beschlossene Sache. Denn Horst R. Schmidt wird nach der WM seine Laufbahn als DFB-Generalsekretär beenden, sicher aber in beratender Funktion tätig bleiben. Auch die Fifa zählt weiter auf den 64 Jahre alten "Stadion-Papst", der die fünfjährige Arbeit mit den OK-Kollegen als äußerst gelungen beschrieb.

"Auch wenn man mal in der Sache nicht der gleichen Meinung war, haben wir im OK hervorragend harmoniert. Es herrscht eine gewisse Befriedigung, weil man das Gefühl hat, einen guten Beitrag zum Gelingen der WM geleistet zu haben," erklärte der in Aschaffenburg lebende Schmidt.

Zwanziger wird offenbar zur alleinigen DFB-Spitze gewählt

Für den promovierten Juristen Theo Zwanziger ist derweil völlig klar, was nach der WM in Deutschland auf ihn wartet. Der 61-Jährige wird am 7. September auf dem DFB-Bundestag in Frankfurt/Main mit großer Wahrscheinlichkeit zum alleinigen DFB-Präsidenten gewählt. Zurzeit bildet er mit Gerhard Mayer-Vorfelder eine Doppelspitze.

Später sollen vor allem der Frauen-, Schul- und Nachwuchsfußball an der Spitze der Förderungsprojekte stehen. Aber auch in Sachen Migrantenintegration will der Fußball seinen Stellenwert weiter ausbauen. In der Frauenfußball-Bundesliga sollen zudem im Management einiger Teams OK-Mitarbeiter eine Stelle nach der WM finden.

© SID

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