Fußball WM
Deutschland fertigt Schweiz 6:0 ab

Die deutsche Nationalmannschaft der Frauen hat das WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz souverän 6:0 (1:0) gewonnen. Das Team von Trainerin Silvia Neid spielte seine Überlegenheit erst gegen Ende des Spiels aus.

Trotz einer schwachen ersten Halbzeit haben Deutschlands Fußballerinnen ihren Durchmarsch zur WM 2007 in China letztlich ungefährdet fortgesetzt. Der Welt- und Europameister bezwang Gastgeber Schweiz in Schaffhausen aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause mit 6:0 (1:0) und baute seine Führung in der Qualifikations-Gruppe vier durch den sechsten Sieg im sechsten Spiel aus. Im Fernduell mit dem ärgsten Konkurrenten Russland haben die Deutschen (18 Zähler) bei noch zwei ausstehenden Spielen drei Punkte Vorsprung.

Vier Tage nach dem Erfolg in Irland (3:0) besiegelten Jubilarin Conny Pohlers in ihrem 50. Länderspiel (1./Potsdam), Weltfußballerin Birgit Prinz (57.), Petra Wimbersky (72.), Renate Lingor (78.), Kerstin Garefrekes (90.+4/alle Frankfurt) und Martina Müller (89./Wolfburg) den glanzlosen Pflichtsieg des Topfavoriten, der in den ersten 45 Minuten die schwächste Leistung seit Jahren bot.

Dabei hatte das Duell mit den Eidgenössinnen vor 4 000 Zuschauern im Stadion Breite so verheißungsvoll begonnen. Die für die formschwache Anja Mittag (Karlstad/Schweden) in der Startelf aufgebotene Pohlers erzielte bereits nach 59 Sekunden ein "Tor des Monats", als sie aus spitzem Winkel mit einer Bogenlampe die Schweizer Keeperin Marisa Brunner (Freiburg) überwand.

Doch anstatt den Druck nach dem perfekten Auftakt zu forcieren, offenbarte die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid ungewohnte Schwächen im technischen Bereich. Selbst Regisseurin Lingor konnte dem Spiel nur selten wie gewohnt den Stempel aufdrücken. Ein Fehlpassfestival vor dem Wechsel war die Folge.

Und auch die Abwehr zeigte ohne die fehlende Potsdamerin Ariane Hingst (familiäre Gründe) und die Münchnerin Bianca Rech (Schienbeinverletzung) Unsicherheiten. Nach einem Patzer der Frankfurter Abwehrchefin Steffi Jones in der 10. Minute musste Torfrau Nadine Angerer (Potsdam), die diesmal den Vorzug vor Stammtorhüterin Silke Rottenberg (Frankfurt) erhielt, in höchster Not gegen die Schweizer Bundesliga-Legionärin Vanessa Bürki (München) klären.

Obwohl die DFB-Auswahl durch Spielführerin Prinz (25./37.) und Wimbersky (38./40.) zu weiteren guten Chancen kam, sah sich Neid in der Halbzeit zu einer Gardinenpredigt veranlasst. Und die Ansprache fruchtete. Zwar brachte es Kerstin Garefrekes in der 55. Minute fertig, nur den Pfosten des leeren Schweizer Tores zu treffen, doch Prinz machte es nur zwei Minuten später besser. Nach feiner Vorarbeit von Lingor erzielte die Ausnahmestürmerin in ihrem 151. Länderspiel ihren 96. Treffer.

Sturmpartnerin Wimbersky, die sich gemeinsam mit Verteidigerin Kerstin Stegemann (Rheine) die besten Noten verdiente, stellte den elften Sieg im zwölften Duell mit der Schweiz sicher. Zum Pechvogel avancierte die in 58. Minute eingewechselte Schweden-Legionärin Mittag, die wegen einer Knieverletzung nach nur sieben Minuten das Feld wieder verlassen musste.

Vor dem "Finale" am 27. September gegen Russland in Moskau muss die Neid-Elf am 23. September noch die Pflichtaufgabe in Schottland bewältigen. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich für die WM vom 10. bis 20. September 2007 in China.

© SID

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