Fußball WM
DFB-Frauen nehmen WM-Viertelfinale ins Visier

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft kann bereits heute mit einem Sieg gegen England den Einzug ins WM-Viertelfinale perfekt machen. Die Bilanz spricht mit 15 Siegen aus 16 Spielen klar für die DFB-Auswahl.

Als erste aller 16 Mannschaften will die deutsche Frauen-Nationalelf heute vorzeitig die Fahrkarte ins WM-Viertelfinale lösen. Ein weiterer Sieg im zweiten Vorrundenspiel in Schanghai gegen England (14.00 Uhr/live im ZDF und Eurosport) würde dem Titelverteidiger bereits den Einzug in die Runde der letzten Acht bescheren. Die erfolgreiche Formation vom 11:0-Schützenfest gegen Argentinien ist nach dem Ausfall von Innenverteidigerin Sandra Minnert allerdings gesprengt. Die 34-Jährige erlitt eine Oberschenkelzerrung.

Nicht nur wegen der Umstellung ihrer Defensive warnt DFB-Trainerin Silvia Neid vor dem 17. Duell mit den Fußballerinnen von der Insel. "England hat sich enorm weiterentwickelt und kommt uns immer näher", sagte Neid. Die Bilanz spricht zwar klar für die deutschen Frauen, für die 15 Siege gegen England zu Buche schlagen. Doch das letzte Duell im Januar endete torlos und damit erstmals Remis. "Vielleicht ist England schon am Freitag auf einem Level mit uns", so Neid.

Zwanziger vor Ort

DFB-Präsident und Delegationsleiter Theo Zwanziger wird von der Tribüne aus ganz besonders fest die Daumen drücken. Denn nur im Falle des vorzeitigen Weiterkommens wird Zwanziger schon am Samstag zurück nach Deutschland fliegen, um sich wichtigen Amtsgeschäften zu widmen. Andernfalls bliebe er auch bis zum letzten Gruppenspiel am Montag gegen Japan, ehe er nach Frankfurt zurückfliegt. So oder so wird er die Mannschaft im Viertelfinale wieder vor Ort unterstützen. "Klar, spielen wir auch für den Präsidenten. Mit ihm auf der Tribüne haben wir noch nie verloren", sagt Neid.

Zwanziger allein wird die Kastanien nicht aus dem Feuer reißen können. Neid setzt deshalb wie üblich auf eine kompakte Hintermannschaft, schnelles Spiel über die Flügel und auf Überraschungsmomente in der Offensive durch die individuelle Stärke ihrer Spielerinnen.

Auf englischer Seite gilt das Hauptaugenmerk Mittelfeldspielerin Kelly Smith, die beim 2:2 gegen Japan beide Tore erzielte. "Sie hat die Fähigkeiten, ein Spiel zu entscheiden. Sie hat Magie in ihren Füßen", sagte Englands Spielführerin Faye White. Smith selbst strotzt vor Selbstbewusstsein. "Die Deutschen sind gut, aber wir sind auch gut und fürchten niemanden", sagte die 28-Jährige, die in 62 Länderspielen 23 Treffer erzielte.

Krahn oder Peter von Beginn an

Eine Extrabewachung für Smith wird es nicht geben. Ohnehin wollen die deutschen Frauen ihr eigene Taktik nicht nach den Qualitäten des englischen Stars ausrichten. "Wir wollen unser Spiel machen, egal ob Kelly Smith auf der anderen Seite steht, oder sonstwer", sagte Abwehrspielerin Ariane Hingst, auf die nach dem Ausfall von Routinier Minnert in der Innenverteidigung noch mehr Verantwortung zukommt. Den Platz an ihrer Seite wird die 22-jährige Annike Krahn vom FCR Duisburg einnehmen.

Das Duell Deutschland gegen England hat es in der WM-Historie der Frauen bereits zu einer gewissen Tradition gebracht. 1991 und 1999 scheiterten die Frauen von der Insel auch wegen jeweils zwei Niederlagen bereits in der Qualifikation an Deutschland. Als es England 1995 erstmals zur WM schaffte, gelang sogar der Einzug ins Viertelfinale, ehe es mit 0:3 eine weitere Pleite gegen das DFB-Team setzte.

© SID

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